Berlin: Rentner sollten an die Steuererklärung denken

Berlin: Rentner sollten an die Steuererklärung denken

Mit Inkrafttreten des Alterseinkünfte-Gesetzes im Jahr 2005 sind Rentner viel häufiger als früher steuerpflichtig, da mindestens 50 Prozent der Rente der Besteuerung unterworfen werden.

Zuvor war es meist nur die Hälfte. Die Rentenversicherungsträger sind zudem verpflichtet, die Höhe der Renten in Form von sogenannten Rentenbezugsmitteilungen automatisch online an die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) zu übermitteln.

Diese gesetzliche Verpflichtung zur flächendeckenden Information an den Fiskus betrifft nicht nur öffentliche und private Rentenkassen und Versorgungswerke, sondern auch private Lebensversicherer. In den vergangenen Jahren wurden so Informationen von Renten- und Pensionskassen, Versorgungswerken und Lebensversicherern gesammelt.

Die Behörde weiß damit von jedem Ruheständler, was er an gesetzlichen und privaten Renten kassiert. Damit geraten Rentner nach Auskunft des Bundesverbands der Lohnsteuerhilfevereine schnell in den Fokus des Finanzamts.

Aktuell nehmen die Behörden in Nordrhein-Westfalen Rentner ins Visier, die den ZfA-Daten zufolge steuerpflichtig sind, sich aber bisher nicht gemeldet haben. Wenn die Auswertung ergibt, dass gegebenenfalls Steuern zu zahlen sind, werden die Rentner aufgefordert, eine Steuererklärung abzugeben - im Zweifel rückwirkend bis ins Jahr 2005.

Im Jahr 2013 werden dann auch Auslandseinkünfte systematisch erfasst und abgeglichen, so dass auch Renten im EU-Ausland bekanntwerden.

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