Reise in die Niederlande: Gibt man Trinkgeld - wenn ja, wie viel?

Bei Reisen in das Nachbarland : Gibt man in den Niederlanden Trinkgeld?

Als direkter Nachbar Deutschlands sind die Niederlande ein beliebtes Urlaubsziel vieler Menschen. Reisende stellen sich dabei oft die Frage, ob in dem Land an der Nordsee andere Regeln beim Thema Trinkgeld gelten als in der Heimat.

Ein Trinkgeld für Beschäftigte in der Serviceindustrie ist keine Pflicht, gehört für viele aber zum guten Ton dazu. „Trinkgeld ist ein freiwillig vom Gast gezahlter Betrag, der Auskunft über seine Zufriedenheit gibt“, erklärt der Berliner Rechtsanwalt Mathis Ruff. Die Mitarbeiter können das Extrageld aber häufig gut gebrauchen. „Viele, die im Dienstleistungsbereich angestellt sind, bekommen gerade einmal den Mindestlohn oder sie sind geringfügig beschäftigt“, sagt Annabel Oelmann, Vorstand der Verbraucherzentrale Bremen.

In den Niederlanden gilt wie in Deutschland, dass das Trinkgeld als Umsatzsteuer und Bearbeitungsaufschlag im Preis von Hotels, Restaurants, Geschäften und Taxis inbegriffen ist. Dennoch ist es üblich und gerne gesehen, in verschiedenen Situationen ein kleines Trinkgeld zu geben, wenn der Kunde zufrieden war, erklärt holland.com.

In Restaurants sind etwa 10% angemessen, bei höheren Rechnungen kann das Trinkgeld aber durchaus auch niedriger ausfallen. Hier ist aber zu beachten, dass Rechnungen oft nicht getrennt gezahlt werden und so der Wunsch beim Servicepersonal vorab angemeldet werden muss.

In Hotels ist das Trinkgeld nicht so gebräuchlich wie in Deutschland. Als Dankeschön ist es aber in den meisten Hotels willkommen.

Taxifahrer erwarten oft ein Trinkgeld von etwa 10%. Hier ist aber besondere Vorsicht geboten, da gerade in der touristenreichen Region um Amsterdam unseriöse Taxifahrer unterwegs sein können, die Extrarunden mit ortsunkundigen Gästen drehen. Es wird empfohlen, für die Strecke vorab einen Festpreis auszumachen. Da Taxifahrten oft teuer sind, reicht es auch, den Betrag aufzurunden.

In den Niederlanden wird der zu bezahlende Betrag gerundet. Dabei wird entweder auf 5 Cent auf- oder abgerundet. Kartenzahlung ist in dem Nachbarland stärker verbreitet als in Deutschland. So kann es sein, dass Servicekräfte im Restaurant nur ein Kartenlesegerät dabei haben und das Trinkgeld dort eingetragen werden muss. Einen Mindestbetrag für Kartenzahlungen gibt es dabei nicht.

Als Faustregel gilt laut ADAC: Je weiter nördlich in Europa, desto geringer fällt das Trinkgeld aus.

(jas)
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