Nürnberg: Rechtstipp: Versicherung muss bei „Phantomgrün” nicht zahlen

Nürnberg: Rechtstipp: Versicherung muss bei „Phantomgrün” nicht zahlen

Steht die Sonne tief im Rücken eines auf eine Ampel zufahrenden Autofahrers, muss dieser sich der Signalanlage besonders vorsichtig nähern.

Tut er das nicht und kommt es dann zu einem Unfall, weil wegen der Sonneneinstrahlung möglicherweise das Rot-Licht nur schwer erkennbar war, darf die Versicherung jegliche Schadensleistung verweigern. Auf ein entsprechendes Urteil des Landgerichts Aurich verweist die Deutsche Anwaltshotline in Nürnberg.

In einem ostfriesischen Ort war ein Pkw mit einem Motorrad zusammengestoßen. Laut Zeugenaussagen stand die Ampel für den Biker auf Grün. Der Autofahrer behauptete, auch er sei davon ausgegangen, freie Fahrt zu haben.

Zur Unfallzeit habe sich die Sonne sehr tief in seinem Rücken befunden und offenbar auf die Lichtzeichenanlage gestrahlt. Deshalb habe er das Rotlicht in seiner Fahrtrichtung nicht wahrnehmen können. Wegen dieses „Phantomgrüns” sei seine Schuld am Unfall zumindest nicht grob fahrlässig zu bewerten.

Dem mochten sich die Richter nicht anschließen. „In dieser Situation hätte der Autofahrer nicht darauf vertrauen dürfen, dass die schlecht zu erkennende Ampel auf Grün geschaltet sei, sondern vielmehr sein Tempo stark reduzieren und nur äußerst vorsichtig unter genauer Beobachtung des Querverkehrs in den Kreuzungsbereich hineinfahren müssen”, betont Rechtsanwalt Peter Muth. Weil er das nicht getan und damit grob fahrlässig gehandelt habe, müsse der Unfallverursacher die Reparaturkosten aus eigener Tasche bezahlen. (AZ: 2 O 518/07)

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