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Hamburg: Rechtstipp: Karteninhaber trägt auch im Gefängnis das Risiko

Hamburg : Rechtstipp: Karteninhaber trägt auch im Gefängnis das Risiko

Der Inhaber einer Kreditkarte sollte gut auf sie aufpassen. Er trägt nämlich auch das Risiko, wenn die Lebensgefährtin die an die gemeinsame Adresse zugestellte Kreditkarte missbräuchlich nutzt. Das geht aus einem Urteil des Landgerichts Hamburg vom 4. Mai 2006 hervor.

Dem Inhaber einer Visa-Kreditkarte wurden Kreditkarte und PIN-Nummer getrennt voneinander zugeschickt. Seine damalige Lebensgefährtin nahm die Kreditkarte an sich und hob in der Folgezeit mehrere tausend Euro von verschiedenen Geldautomaten ab, während sich der Karteninhaber in Haft befand. Das Gericht musste darüber entscheiden, ob der Karteninhaber hierfür haftet.

Die missbräuchliche Verwendung der Kreditkarte ist auf eine Sorgfaltspflichtverletzung des Kreditkarteninhabers zurückzuführen, urteilten die Richter. Er sei verpflichtet gewesen, Kreditkarte und PIN getrennt voneinander aufzubewahren und die Geheimnummer geheim zu halten.

Auch wenn er sich zur Zeit der Zusendung in Haft befunden habe, müsse er doch dafür Sorge tragen, dass Karte und PIN-Nummer nicht in die Hände Dritter gelangen. Außerdem
betonten die Richter, es stehe der Bank frei, die Kreditkarte und PIN mit einfacher Post und ohne Empfangssicherung zu versenden. (AZ: 326 O 208/04)