1. Leben
  2. Geld

Privatkredit beantragen: Das sollten Verbraucher jetzt wissen

Privatkredit beantragen : Das sollten Verbraucher jetzt wissen

Kredite, insbesondere natürlich Privatkredite, kosten Geld. Es fallen mehr oder weniger hohe Zinsen an, und auch Kreditnebenkosten werden berechnet. Die Höhe der Zinsen schwankt und ist von mehreren Faktoren abhängig.

Wirft man einen Blick auf den Privatkredit-Index, können anhand der dargestellten Trends Prognosen zur zukünftigen Zinsentwicklung erstellt werden.

Gründe für einen Privatkredit

Fast jeder Mensch kommt irgendwann einmal in die Situation, einen Kredit aufnehmen zu müssen. Ein Auto bezahlt sich in der Regel nur selten vom Ersparten. Unvorhergesehene Ausgaben können schnell dazu führen, dass man mehr Geld benötigt, als man aktuell zur Verfügung hat. Erst geht die Waschmaschine kaputt und plötzlich streikt das Auto, das kann das persönliche Haushaltsbudget schnell sprengen.

Aber es kann auch weniger dramatisch sein, vielleicht möchte man auch einfach nur seine Traumhochzeit finanzieren. Egal, warum man plötzlich mehr Geld benötigt, als man eigentlich zur Verfügung hat, Fakt ist, hier kommt dann häufig ein Privatkredit als Lösung des Problems ins Spiel. Bevor man einen solchen Kredit beantragt, sollte man aber auf jeden Fall einige Dinge beachten.

Das Interesse der Banken

Man sollte es vielleicht im ersten Augenblick nicht meinen, aber tatsächlich haben die Banken ein recht großes Interesse, Kredite zu vergeben. Hier machen die Banken nämlich relativ große Gewinne, wenn sie an Kunden Kredite vergeben. Aus diesem Grund sollte man nie versäumen, in Verhandlungen bezüglich des Zinssatzes zu treten.

Ein Auge auf die Zinsen werfen

Die Sache rund um die Zinsen kann recht verwirrend sein, denn es gibt grundsätzlich zwei Zinssätze. Hierbei handelt es sich um den Sollzinssatz und um den Effektivzinssatz. Im Sollzinssatz sind lediglich die Zinsen des Kredites enthalten. Das bedeutet, dass die Kreditnebenkosten hier keine Rolle spielen. Daraus resultiert auch, dass der Sollzinssatz immer günstiger ist als der effektive Jahreszins. Darum sollte man immer einen genauen Blick auf den Effektivzins werden, denn hier finden sich die tatsächlich anfallenden Kosten wieder.

Kredit-Vergleiche lohnen sich

Wer sich nicht die Zeit nimmt, die einzelnen Kreditangebote genau miteinander zu vergleichen, der verschenkt auf jeden Fall Geld, manchmal sogar recht viel Geld. In Zahlen kann es sich um mehrere 100 Euro oder sogar noch mehr handeln.

Vorsicht: Man sollte sich nun aber keinesfalls selbst viele Kreditangebote von unterschiedlichen Banken einholen, denn das kann negative Folgen in der Schufa haben. Jede Bank muss, um ein Angebot zu unterbreiten, eine Schufa-Anfrage starten. Nicht selten passierte es dann, dass die Schufa auf Grund der unterschiedlichen Anfragen davon ausgeht, dass man gleich bei mehreren Banken Kredite aufnehmen möchte. Die Folge ist dann häufig, dass nur aus diesem einen Grund plötzlich und vor allem für alle vollkommen unerwartet der "Schufa-Score" sinkt.

Das hat teure Folgen, denn der Schufa-Score sagt aus, mit welcher Wahrscheinlichkeit der Kunde das geliehene Geld an die Bank zurückzahlen wird. Je höher der Schuf-Score, umso bessere Chancen hat man, einen Kredit mit einem guten Zinssatz zu bekommen. Sinkt der Score, verweigert die Bank den Kredit entweder ganz, oder man erhält ein Angebot mit sehr hohen Zinsen.

Kredit aber bitte ohne Zusatzprodukte

Eine ganz besondere Praxis ist es, dem Kunden gleichzeitig ein weiteres Produkt wie zum Beispiel einen Kreditratenschutzversicherung bei Kreditaufnahme zu verkaufen.

Häufig wird ein Finanzcheck hierfür genutzt. Alle persönlichen Daten, ebenso wie die aktuelle Lebenssituation, werden hier eingetragen. Der optimale Weg für den Bankberater zu erkennen, welche Bankprodukte man noch nicht sein Eigen nennen kann. So weit so gut. Doch falls nun die Meldung kommt, dass man den Kredit nur bekommen würde, wenn man sich gleichzeitig für ein weiteres Produkt entscheidet, sollte man dieses unverzüglich ablehnen. Im Fachjargon handelt es sich hierbei um ein "Kopplungsgeschäft", und genau diese sind verboten.

Die Höhe der Rate ordentlich bestimmen

Wenn es darum geht, einen Kredit aufzunehmen, ist es unerlässlich, sich ganz genau darüber im Klaren zu sein, welche Höhe die zukünftige Rückzahlungsrate haben darf. Banken bieten grundsätzlich geringe monatliche Raten an. Das kann zwar sehr verführerisch sein, doch sollte man an dieser Stelle wissen, dass, je niedriger diese Rückzahlungsrate, desto länger muss getilgt werden. Das hat zur Folge, dass man natürlich auch entsprechend länger Zinsen zahlen muss, und schon wird der Kredit um einiges teurer. Außerdem zahlt man für längere Laufzeiten zudem auch häufig noch höhere Zinssätze.

Allerdings sollte diese Tatsache niemanden dazu verführen eine hohe Tilgungsrate zu wählen, um Zinsen zu sparen. Am Ende muss diese Rate nämlich auch dann bezahlt werden können, wenn plötzliche unerwartete Ausgaben auf einen zukommen. Hier gilt es wirklich abzuwägen, welche Tilgungssumme zum eigenen Budget passt.

Wie viel Kredit kann man überhaupt bekommen?

Hier ist es wichtig das verfügbare Einkommen zu ermitteln. Dafür werden vom monatlichen Nettoeinkommen die monatlichen Fixkosten abgezogen. Das sind beispielsweise:

  • Miete und Nebenkosten
  • Auto, Kosten für Versicherung und Benzin
  • Telefon, Internet und GEZ
  • Versicherungen
  • eventuelle vorhandene Kreditraten (Kreditkarte usw.)

Vom Endbetrag werden dann noch die Lebenshaltungskosten abgezogen. Die Faustregel hierfür lautet: Eine Person im Haushalt 500 Euro und für jede weitere Person im Haushalt 300 Euro. Was übrig bleibt ist das frei verfügbare Einkommen.

(vo)