Prepaid erobert die Welt

Individuell und flexibel: Prepaid erobert die Welt

Prepaid ist vor allem bekannt aus der Welt der Smartphones. Prepaid bezeichnet dabei die Vertragsvariante, bei der die Kosten im Voraus - beispielsweise via Einzahlung - für etwas beglichen werden, was erst später Kosten verursachen wird. In der Smartphone-Welt werden Prepaid-Tarife in der Regel mit Prepaid-Karten gehandelt.

Telefoniert und gesurft darf werden, bis das Guthaben auf der Karte verbraucht ist. Doch nicht nur im Bereich von Smartphones werden die Möglichkeiten breiter, die das Prepaid-Bezahl-Modell bietet.

Der Prepaid-Tarif beim Smartphone. So funktioniert’s

Ein Prepaid-Tarif bietet vor allem eins: größtmögliche Kostenkontrolle. Wer im Vorfeld für Leistungen bezahlt, die erst im zweiten Schritt abgerufen werden, hat seine Kosten im Blick. Ihm droht keine unbezahlbar hohe Handyrechnung. Nachgebessert wurde am Prepaid-System vor allem mit Blick auf die Kundenwünsche, denn neue Prepaid-Modelle werben mit Individualität und Flexibilität in dieser Form: Datenvolumen und Gesprächsguthaben können sich monatlich ändern und damit kann jeder auf individuelle Bedürfnisse reagieren. Gebucht wird das Guthaben online. Auch wenn es grundsätzlich möglich ist, das gebuchte Paket monatlich zu tauschen, so muss das nicht für monatlichen Wechselstress sorgen. Auch eine automatische Aufladung des Guthabens ist möglich. Zudem gibt es Tarife, die ein Rundum-Sorglos-Paket für die jeweilige Nutzung offerieren - sei es mit nationalen oder internationalen Tarifoptionen.

Der Prepaid-Tarif bei der Kreditkarte. So funktioniert’s

In der heutigen Zeit ist es manchmal mitunter schwierig, ohne Kreditkarte Bestellungen zu ordern. Das haben auch Banken erkannt, die Kreditkarten ausgeben. Auch sie bedienen sich zunehmend häufiger dem Prepaid-Konstrukt. Sie geben Kreditkarten aus, die keinen Kreditrahmen offerieren, wohl aber als Kreditkarte ein anerkanntes Zahlungsmittel sind. Sie werden als „aufladbare Kreditkarten“ bezeichnet. Damit ist die Prepaid Kreditkarte eine Option für Studenten, Geringverdiener, Selbstständige und Arbeitssuchende. Sie alle gehören zur Gruppe derer, die über eine vergleichsweise schlechte Bonität verfügen. Doch auch darüber hinaus bietet die Prepaid-Kreditkarte einen Vorteil, denn im Falle eines Betrugs, kann der Dieb oder Straftäter nur das „plündern“, was als Guthaben vorhanden ist. Bei einer regulären Kreditkarte kann der Schaden weitaus größer sein.

Ist Prepaid „sicherer“ als ein Kredit?

Prepaid steht für Selbstkontrolle. Vor allem in den Fällen, in denen das finanzielle Polster nicht ausreicht, um große Anschaffungen zu tätigen, ist die Prepaid-Variante eine Option, um eine mögliche Schuldenspirale zu umschiffen, denn: Wie in Großmutters Zeiten wird nur mit dem Geld hantiert, das auch de facto vorhanden ist. So kann das Prepaid-System für manch einen zum Präventivmodus werden, um nicht über die Maßen zu leben.

Grundsätzlich muss beim Gedanken an Schulden und die so gefürchtete Schuldenspirale dreierlei bedacht werden:

1.) Schulden hat jeder Mensch für einen kürzeren oder längeren Zeitraum. Wer seinen Dispokredit überzieht, macht Schulden. Wer eine Kreditkarte (ohne Prepaid-System) nutzt, macht Schulden. Wer einen Ratenvertrag abschließt, macht Schulden. Schulden, die regelmäßig getilgt werden müssen. Bleibt die Höhe der Schulden unter 25 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens, muss sich keiner sorgen, heißt es auf der Infoseite zur Privatinsolvenz.

2.) Von einer Verschuldung ist im Fachjargon die Rede, wenn Kreditverpflichtungen laufen, die nicht von monatlichen Einnahmen gedeckt werden können. Das beste Beispiel für eine Verschuldung ist der klassische Hauskredit. Verschuldet sind also all jene, die ein Darlehen aufgenommen haben, um sich den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen. Über den Kredit lassen sich die Schulden abbezahlen. Im schlimmsten Fall steht der Wert des Eigenheims parat, um die Schulden abzulösen.

3.) Von Überschuldung ist die Rede, wenn der Kredit für einen oder mehrere Ratenverträge über einen längeren Zeitraum hinweg (in der Praxis ist die Rede von drei Monaten) nicht bedient werden kann. An dieser Stelle rät die Infoseite dazu, sich Hilfe zu suchen, wenn es nicht aus eigenen Mitteln, einem Nebenverdienst oder geeigneten Sparmaßnahmen möglich ist, der Schuldenspirale zu entkommen.

Beim Bankkonto gibt’s die Alternative: das Guthabenkonto

In der Welt der Banken gibt es durchaus eine Alternative: Es gibt die Möglichkeit, ein Guthabenkonto einzurichten, das - per Definition - gar nicht erst ins Minus fahren kann. Das bedeutet, dass Überweisungen, Abbuchungen oder Abhebungen nicht durchgeführt werden, wenn dann das Konto ins Minus laufen könnte. Wenn daraus die Einsicht erwächst, dass ein Mensch über seine finanziellen Möglichkeiten hinaus lebt, kann ein Umdenken einsetzen. Wird diese Einsicht mit der nächsten Kreditaufnahme quasi übertüncht, passiert das, was als Weg in die Schuldenspirale bezeichnet wird.

(vo)
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