Aachen: Postbank verlangt Geld für Papierüberweisung

Aachen: Postbank verlangt Geld für Papierüberweisung

Neuer Aufreger im Bankensektor: Ab 1. April verlangt die Postbank 99 Cent für Papierüberweisungen. Die Bank wechseln, müssen Postbank-Kunden jedoch nicht gleich.

Es gibt wieder einen neuen Aufreger im Bankensektor. Die Postbank verlangt künftig mehr Geld von ihren Kunden. Ab dem 1. April 2015 sollen Papier-Belege, wie Überweisungen und Schecks, je 99 Cent kosten. Davon sind wahrscheinlich die meisten der rund fünf Millionen Postbank-Kunden betroffen, die das besagte Konto Giro Plus nutzen. Ab einem monatlichen Geldeingang von 1.000 Euro war es bislang kostenlos. Wer weniger Einnahmen verbuchen kann, musste bisher schon monatliche Kontoführungsgebühren von 5,99 Euro berappen. Ab dem 1. April kosten also zusätzlich die handschriftlich ausgefüllten Überweisungsformulare und Schecks Geld. Aufträge am Überweisungsterminal, per Telefonbanking oder via Onlinebanking sind dagegen weiter kostenlos. Erziehungsmaßnahme zum Onlinebanking? Verbraucherschützer haben nach der Ankündigung postwendend protestiert und Stiftung Warentest ist sich nicht sicher, ob die 99 Cent überhaupt rechtmäßig sind. Auf deren Plattform test.de stellen sie daher ein Musterschreiben zum Download bereit. "Wer sein Konto behalten und der Regelung nicht widersprechen will, sollte sich die Rückforderung vorbehalten", heißt es im Netz. Kunden stehen neben dem Protestschreiben aber auch andere Möglichkeiten zur Auswahl, um sich Geld zu sparen.

Kunden der seit 2010 von der Deutschen Bank übernommenen Postbank, die weiterhin selbst ausgefüllte Überweisungen abgeben möchten und kein Internetbanking nutzen wollen, können zum Beispiel ihr Konto tauschen. Zwar bleibt zum Beispiel das Konto Giro extra plus erst ab Geldeingängen über 4.000 Euro im Monat kostenfrei, dafür sind dann auch Papier-Belege inklusive. Wer weniger als 1.000 Euro im Monat auf das Konto buchen lässt, zahlt hingegen knapp zehn Euro Gebühr pro Monat, bei Einnahmen bis rund 4.000 Euro monatlich kostet das Girokonto knapp vier Euro. Treue Kunden der Postbank, die ihr Konto tauschen möchten, sollten am Schalter oder Telefon der Bank danach fragen, von sich aus wird der Banker den Wechsel nicht anbieten.

Im Grunde muss man jedoch festhalten, dass die Papierüberweisung eh an Bedeutung verliert und irgendwann im Museum landet. Die meisten Abbuchungen vom Girokonto finden heutzutage per Lastschrift statt und die sind bei der Postbank weiterhin inklusive. Andere Abbuchungen, wie zum Beispiel der Strom oder die Miete, werden gratis per Dauerauftrag abgebucht. Und wenn dann doch mal eine Überweisung ansteht, sollte der Kunde die Buchung kostenlos über das Telefonbanking oder den Überweisungsterminal in Auftrag geben.

Kunden, die dagegen nicht auf eine Papierüberweisung bestehen, können auch zu Banken wechseln, die komplett auf Kontoführungsgebühren verzichten. Freilich handelt es sich dabei um Onlinebanken, also Geldhäuser ohne Filialen und einem Mitarbeiter im Hosenanzug hinterm Bankschalter.