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Biallos Ratgeber: Mit dem Notfallplan für die Pflege in der Hinterhand

Biallos Ratgeber : Mit dem Notfallplan für die Pflege in der Hinterhand

Bei älteren Menschen wird ein Hilfebedarf oft ohne Ankündigung erforderlich. Ein Mix aus Leistungen sichert die Versorgung.

Manchmal geht es plötzlich: Ein Beinbruch, ein Schlaganfall oder ein Herzinfarkt führen dazu, dass ein älterer Mensch sich von heute auf morgen nicht mehr alleine versorgen kann. Dann muss schnell praktische Hilfe organisiert und finanziert werden.

  • Häusliche Krankenpflege: Wer nach einem Krankenhausaufenthalt oder bei schwerer Krankheit zuhause Unterstützung benötigt, kann häusliche Krankenpflege der Krankenkassen beanspruchen. „Voraussetzung ist, dass die Hilfe nur vorübergehend nötig ist, der Patient nicht pflegebedürftig ist und auch niemand anderes im Haushalt die Versorgung übernehmen könnte“, sagt Nicole Wassiljew, Expertin für häusliche Krankenpflege bei der Barmer. Der Patient erhält Hilfe unter anderem beim Waschen und Ankleiden, aber auch im Haushalt. Häusliche Krankenpflege ist in der Regel auf vier Wochen beschränkt. Auch Hilfe bei der medizinischen Versorgung steht dem Versicherten zu. Diese Leistung ist zeitlich unbefristet.
  • Haushaltshilfe: Benötigt der Senior nur Hilfe im Haushalt, kann die Kasse für maximal vier Wochen eine Haushaltshilfe gewähren. „Der Arzt muss die Haushaltshilfe verordnen, genauso wie auch die häusliche Krankenpflege“, sagt Wassiljew. Vermittelt die Kasse eine Haushaltshilfe, rechnet sie direkt mit ihr ab. Findet der Patient selbst eine, übernehmen Kassen in der Regel zwischen sechs und zehn Euro pro Stunde.
  • Kurzzeitpflege: Sind noch umfassendere Hilfeleistungen nötig, kommt eine Kurzzeitpflege in Frage. „Patienten können für maximal acht Wochen im Jahr zum Beispiel in einem Pflegeheim versorgt werden“, sagt Wassiljew. Dafür können Leistungen von maximal 1.612 Euro im Jahr abgerufen werden für sogenannte pflegebedingte Aufwendungen. Die Restkosten muss der Patient begleichen.
  • Pflegefall: Ist der Patient dauerhaft nicht mehr in der Lage, sich alleine zu versorgen, gilt er als Pflegefall und die Pflegekasse ist zuständig. „Arbeitnehmer dürfen sich spontan zehn Tage frei nehmen, um die Pflege eines Angehörigen sicherzustellen, wenn der behandelnde Hausarzt eine drohende Pflegebedürftigkeit bescheinigt“, sagt Wassiljew.
  • Pflegeberater: Die Pflegekassen bieten auch eine umfassende Pflegeberatung an. „Das ist eine wertvolle Unterstützung, wenn die erste Zeit nach einer Entlassung aus dem Krankenhaus organisiert werden muss und sich eine langfristige Pflegelösung abzeichnet“, sagt Wassiljew.
  • Vorsorge: Mit einer Seniorenunfallversicherung lässt sich finanziell für den Notfall vorsorgen. Interessant sind vor allem die Assistance-Leistungen, die man zusätzlich versichern kann: Menü- und Wäscheservice, Haushaltshilfe, 24-Stunden-Notruf oder Fahrdienste. „Für viele Verbraucher ist es besonders wichtig, dass jemand das Organisieren übernimmt. Noch besser, wenn der Versicherer die Hilfen auch bezahlt“, sagt Peter Grieble, Versicherungsexperte bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Wer nicht nur Unfälle, sondern auch den Krankheitsfall absichern will, kann eine Pflegetagegeldversicherung abschließen. Diese leistet aber erst, wenn die Krankheit zum Pflegefall führt.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers.