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Biallos Ratgeber: Minihäuser setzen auf das Wichtige

Biallos Ratgeber : Minihäuser setzen auf das Wichtige

Die Tiny-House-Bewegung stammt aus den Vereinigten Staaten. Sie ist eine Gegenbewegung zur vorherrschenden Ansicht, möglichst großzügig zu bauen, zu leben und seine vielen Besitztümer sicher unterzubringen.

Das Motto eines Tiny House könnte dagegen lauten: „Small is beautiful“. Winzige (tiny) Häuser sind nicht nur charmant, sondern eben auch günstig in der Anschaffung, in der Unterhaltung, dem Energieverbrauch. Und sie kommen dem Trend entgegen, dass viele Menschen ihr Leben vereinfachen möchten – auf Überflüssiges verzichten und sich auf das konzentrieren möchten, was ihnen wirklich wichtig ist.

Die winzigen Häuschen werden meist auf einem Pkw-Anhänger in Holzständerbauweise aufgebaut. Das bietet den Vorteil der Mobilität. Die Wohnfläche beträgt bis zu 55 Quadratmetern. Wer großes handwerkliches Geschick hat, baut das Haus ganz oder teilweise selbst. Ein Rohbau-Haus ist schon für knapp unter 20.000 Euro zu haben. Oder man kauft es komplett eingerichtet von einem Hersteller. Schlüsselfertige Häuser gibt es ab 50.000 Euro.

Wer sich als Single oder Paar für ein Tiny House interessiert, sollte in folgenden Schritten vorgehen:

  • Grundriss und Größe bestimmen.
  • Ganz oder teilweise selber bauen oder kaufen?
  • Mobiles oder feststehendes Haus?
  • Grundstücks-Suche.
  • Finanzierung klären.
  • Bisherige Wohnung ausmisten.

Selbst kleinste Häuser müssen in der Gemeinde, in der das Grundstück liegt, vom Bauamt genehmigt werden. Der Antragsteller muss die Baubeschreibung, Lageplan, Bauzeichnungen und so weiter zusammen mit einem Architekten oder Zimmerermeister einreichen. Von der Gemeinde geht der Antrag zur Bauaufsichtsbehörde, dem Landratsamt, das über die Erteilung der Baugenehmigung entscheidet. Eine Baugenehmigung gibt es viel eher innerhalb der Gemeindegrenzen als auf der grünen Wiese oder am Waldrand. Denn außerhalb des Ortes müsste erst ein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden, was aufwendig, teuer und oft unrealistisch ist.

Geeignetes Grundstück finden

Größtes Hindernis, seinen Traum vom Minihaus zu erfüllen, dürfte in der Praxis das Finden eines geeigneten, bezahlbaren Grundstücks sowie die Baugenehmigung sein. Denn die Größe des Grundstücks sollte zum Grundriss des kleinen Hauses passen und daher auch nicht so teuer sein. Normalerweise sind die Grundstücke auf größere Häuser ausgelegt. Eine Alternative könnte das Pachten eines Grundstücks von einem Eigentümer sein, der es vielleicht später konventionell bebauen will und Interesse an einer Zwischennutzung hat.

Hier kommt meist keine „normale“ Baufinanzierung in Frage, bei der das bebaute Grundstück als Absicherung des Bankkredits gilt. Denn meist werden die mobilen Häuser auf einem Pachtgrundstück aufgestellt. Zudem sind den meisten Banken und Sparkassen die Kreditbeträge mit unter 50.000 Euro zu gering. Anders sehen das einige PSD-Banken wie die in Hannover, die Ethikbank und die GLS Bank. Sie bieten eine Mischform aus Baufinanzierung und Ratenkredit. Der Zinssatz hängt von der Höhe des Eigenkapitals und der Bonität des Kunden ab und dürfte bei gut drei Prozent liegen.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers.