Berlin: Mini-Jobber im Privathaushalt anstellen: Was man wissen muss

Berlin: Mini-Jobber im Privathaushalt anstellen: Was man wissen muss

Viele Privathaushalte beschäftigen heute Mini-Jobber, um sich im Haushalt, im Garten oder bei der Kinderbetreuung unterstützen zu lassen. Wer mit dem Gedanken spielt, ebenfalls einen Mini-Jobber einzustellen, muss auf einiges achten - hat dafür aber auch Möglichkeiten zum Steuern sparen.

Eine Haushaltshilfe mit einem Mini-Job darf nicht mehr als 400 Euro im Monat verdienen - nur dann erhält die Hilfe selbst das Geld „brutto für netto” ausgezahlt. Arbeitgeber müssen auf den bezahlten Arbeitslohn des Minijobbers Pauschalabgaben an die Minijobzentrale entrichten: Fällig werden 5 Prozent für die gesetzliche Rentenversicherung, 5 Prozent für die gesetzliche Krankenversicherung (auch wenn der Mini-Jobber familienversichert ist) und 2 Prozent für die Steuern.

Dazu kommen Umlagen für Krankheits- und Kuraufwendungen (0,6 Prozent) sowie Mutterschaftsaufwendungen (0,07 Prozent). Von diesen Umlagen profitieren Arbeitgeber, wenn die Hilfe krank wird, zur Kur muss oder ein Kind kriegt und der Arbeitslohn weiter gezahlt werden muss. Die Minijob-Zentrale erstattet bei Erkrankung 80 Prozent der Lohnfortzahlung und bei Entbindung 100 Prozent des Arbeitgeberzuschusses sowie die darauf entfallenden pauschalen Kranken- und Rentenversicherungsbeiträge.

Der Mini-Jobber im Haushalt bedeutet im Gegenzug einen nicht unerheblichen Steuervorteil. Denn Arbeitgeber können bis zu Gesamtkosten von 2550 Euro 20 Prozent der gesamten Kosten (Lohn, Pauschalen und Umlagen) direkt von der Steuerschuld abziehen- so sind maximal 510 Euro Steuervorteil möglich. Die Steuervorteile gibt es jedoch nur, wenn das Haushaltsscheckverfahren genutzt wird.

Mit dem Haushaltsscheck melden Arbeitgeber den Mini-Jobber bei der Minijobzentrale an und erteilen gleichzeitig eine Einzugsermächtigung für die Abbuchung der Sozialbeiträge. Die Minijobzentrale vergibt bei der erstmaligen Anstellung eines Mini-Jobbers eine Betriebsnummer, berechnet die Nebenkosten (Pauschalabgabe, Umlagen, Unfallversicherung) und zieht die zweimal jährlich ein.

Wer eine Kinderbetreuung einstellt, die sich ausschließlich um die Kinder kümmert, muss steuerlich auf die Regelungen zu den Kinderbetreuungskosten setzen. Sind die Kosten als Werbungskosten, Betriebsausgaben oder Sonderausgaben absetzbar, können die Kosten für die eingestellte Kinderbetreuerin nicht mehr steuerlich geltend machen - und zwar weder für den Betrag, der über die absetzbaren zwei Drittel der Kinderbetreuungskosten hinausgeht, noch für die über die absetzbaren 4000 Euro hinausgehenden Beträge.

Nur wenn die Kinderbetreuungskosten nach den herkömmlichen Regeln nicht absetzbar sind (zum Beispiel bei Kindern über 14 Jahre), kann die Kinderbetreuung steuerlich wie eine Haushaltshilfe abgesetzt werden.