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Mieten statt kaufen

Sharing Economy : Mieten statt kaufen

Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein sind zwei Schlagworte, die zunehmend die Konsumgewohnheiten der Kunden verändern und zu einem neuen Denken geführt haben. Seit Jahren vollzieht sich ein unaufhaltsamer Wandel der Kaufkultur in unserer Gesellschaft.

Vor allen die jüngere Generation geht immer mehr weg vom traditionellen Kauf eines Artikels oder einer Location hin zur Miete. Nutzen statt besitzen lautet die Devise. Daher hat sich das Mieten und Vermieten auf Mietportalen inzwischen sowohl im Konsumer- als auch im Business-Markt etabliert. Aber die sogenannte Sharing Economy ist gar nicht mal so neu, wie man zunächst vermuten mag. Bereits in den Fünfziger Jahren bildeten sich zum Beispiel in der Landwirtschaft Kooperativen, um teure Landmaschinen zu teilen und Material gemeinsam zu finanzieren.

Woher kommt der Trend des Sharing?

Hinter der Sharing Economy steckt der Gedanke, dass wir viele Gebrauchsgüter, Serviceleistungen oder spezielle Nutzflächen nur sehr selten einmal brauchen, während sie die meiste Zeit ungenutzt bleiben und dadurch nur Lagerfläche, Wartung und Instandhaltung kosten.

Sei es spezielle Garderobe für offizielle Anlässe, Geschirr oder Partyzelte für eine riesige Feier, ein Auto für einen besonderen Anlass oder auch einfach nur Werkzeuge oder Baumaschinen für kurzzeitige Nutzung - immer handelt es sich um Artikel, die nach einem Kauf und einmaliger Nutzung für Monate oder Jahre im Keller oder in einem Lagerraum verschwinden, wenn sie denn überhaupt noch ein zweites Mal gebraucht werden.

Vielleicht landen sie aber auch nach Jahren bei einer Entrümpelung im Müll. Das ist weder gut für Ihren Geldbeutel noch für die Umwelt. Es stehen laut Umfragen bereits ein Drittel aller Deutschen einem Mietangebot aufgeschlossen gegenüber. Zu der Beliebtheit der Sharing-Branche haben natürlich auch die Verbreitung von Smart-Phones und Apps geführt, welche das Suchen und Leihen von Artikeln sehr leicht machen. Und Smart-Phones oder Notebooks sind auch die Stars bei den Leihgeräten, zumindest was den Bereich der technischen Geräte angeht. Überhaupt hat die Elektronikbranche bisher kaum Umsatzeinbußen, davon profitieren auch Batterien- und Akkuhersteller.

Wie funktioniert das Mieten und Vermieten?

Es ist ganz einfach: Anstatt sich ein 24-teiliges Geschirr, oder weniger stilvoll: Pakete von Papp- und Plastikgeschirr für Ihre nächste Feier zu kaufen, die im ersten Fall für den Rest des Jahres in den Tiefen von Küchenschränken oder im zweiten Fall in der Mülltonne landen, leihen Sie einfach das gesamte Geschirr aus. Machen Sie sich keine Sorgen, dass ein wertvolles Weinglas Ihrer Großeltern zu Bruch geht oder Ihnen die Bestecke ausgehen - Leihportale bieten Ihnen komplette Services an, die nicht nur gut aussehen, sondern auch einfach ersetzbar sind, wenn denn wirklich etwas beschädigt wird.

Natürlich können auch weitere ausgefallene Artikel für Partys geliehen werden, seien es Luxus-Karossen, Partyzelte, Event-Locations oder gar Animateure und DJ's. Aber auch für den praktischen Bedarf des täglichen Lebens gibt es so gut wie nichts, was nicht auch zum Leihen angeboten wird. Anhänger für den Transport, Baumaschinen, Werkzeuge, Baustellentoiletten, Leitern - alles, was Sie im Allgemeinen nur kurze Zeit benötigen, macht besonders viel Sinn als Leihgerät. Sogar kurzfristige Lagermöglichkeiten können Sie leihweise errichten.

Umgekehrt bedeutet es für Vermieter von Maschinenparks und Konsumgütern, dass ihr Warenbestand optimal genutzt wird und immer in Bewegung ist, in Gegensatz zu einer Verkaufsfirma, die auf einem großen Lagerbestand und „totem Kapital" sitzt, bis er verkauft wird. Daher hat sich das Sharing auf dem Markt zu einem echten Trend entwickelt, von dem beide Seiten profitieren. Mittlerweile hat sich ein riesiger Sharing-Markt entwickelt. Mittlerweile gibt es bereits Forschungsprojekte, die sich mit der rechtlichen Seite des Sharings für Endkunden beschäftigen.

(vo)