1. Leben
  2. Geld

Aachen: Lässt Trump die Zinsen steigen?

Aachen : Lässt Trump die Zinsen steigen?

Die Zeit extremer Tiefzinsen bei Baukrediten könnte bald vorbei sein. Mit der Wahl des neuen US-Präsidenten beginnt sich das Zinskarussel zu drehen.

Als Folge der US-Wahl haben zahlreiche Banken ihre Hypothekenzinsen angehoben. Im Schnitt ging es um zwei Zehntel nach oben. Die Commerzbank verlangt jetzt zum Beispiel für Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung 1,36 Prozent Effektivzins, die Deutsche Bank 1,34 Prozent.

Die Gründe für steigende Bauzinsen sind zahlreich: Zum einen gibt es viele Unsicherheiten, die mit der Wahl Donald Trumps einhergehen. Ökonomen rechnen mit wachsendem Protektionismus und Handelshemmnissen sowie einem höheren US-Defizit in der Zukunft. Dies dürfte die Zinsen der US-Staatsanleihen nach oben treiben. Zum anderen erwarten Marktteilnehmer, dass die US-Notenbank weiter an der Zinsschraube dreht.

So können Bauherren auf steigende Zinsen reagieren:

Potentielle Immobilienkäufer sollten das niedrige Zinsniveau nicht ungenutzt verstreichen lassen. Als erstes sollte man seine Hausbank um ein Baufinanzierungs-Angebot bitten. Im Beratungsgespräch kann man Eckdaten wie die Höhe des möglichen Baukredits, die maximale monatliche Kreditbelastung sowie die Tilgungshöhe ermitteln. Eventuell lässt sich bereits der konkrete Kreditzins festlegen.

Wichtig ist, das Kreditangebot mit anderen Offerten zu vergleichen. Überzeugen die Konditionen der eigenen Hausbank nicht, sollte man Vergleichsangebote anderer Kreditinstitute oder Versicherungen einholen. Insbesondere bei langer Zinsbindung machen Versicherer oft gute Angebote.

Ist das Baudarlehen unterschriftsreif, wird aber erst in ein paar Monaten benötigt, sollte man Zusatzkosten vermeiden. Grund: Viele Banken berechnen nach Ablauf von zwei oder drei Monaten Bereitstellungszinsen von 0,25 Prozent pro Monat. Für ein Darlehen über 200.000 Euro können dann leicht monatlich 500 Euro Strafzinsen anfallen. Dies lässt sich vermeiden, indem man eine Bank wählt, die langfristig keine Bereitstellungszinsen verlangt. Beispiele hierfür sind die Degussa Bank, die erst nach zehn Monaten Bereitstellungszinsen berechnet, oder 1822 direkt, die ab dem zwölften Monat zur Tat schreitet.

Ist der Immobilienkauf erst in zwei oder drei Jahren geplant, sollten Sie sich die aktuellen Tiefzinsen für später sichern. Prädestiniert dafür sind Forwarddarlehen, denn sie schreiben heutige Zinsen für die Zukunft fest. Viele Banken erlauben eine Aufschubzeit bis zu 36 Monate, einige sogar 60 Monate. Ohne Kosten geht das aber nicht. Zwar sind die ersten Monate meist kostenfrei, danach fallen allerdings je nach Bank 0,010 bis 0,025 Prozent Extrazins monatlich bis zum Kreditstart an.

Baugeld-Vergleich: Verschaffen Sie sich einen Überblick über die aktuellen Baugeldkonditionen überregionaler und regionaler Anbieter.