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Berlin: Krank durch Allergien: Wann hilft das Finanzamt?

Berlin : Krank durch Allergien: Wann hilft das Finanzamt?

Allergien sind mittlerweile eine Volkskrankheit. Und nicht nur Pollen und Gräser sind Allergiebringer, auch viele Möbel, Baustoffe oder Lebensmittel vertragen viele Menschen nicht. Wer mit Allergien zu kämpfen hat, muss oft mit hohen Extrakosten rechnen.

Denn spezielle Medikamente, eine neue Einrichtung oder allergikerfreundliche Ernährung belasten das Budget. Gut zu wissen, dass es für diese Extrakosten wenigstens einen Zuschuss vom Finanzamt geben kann.

Grundsätzlich sind alle Ausgaben, die zur Heilung oder Linderung einer Allergie anfallen, als Krankheitskosten im Rahmen der außergewöhnlichen Belastungen absetzbar. Die Kosten werden aber erst anerkannt, wenn eine einkommens- und familienstandsabhängige Selbstbeteiligung angerechnet wurde.

Nach Abzug dieser Selbstbeteiligung sind dann aber dann die Kosten für ärztliche Behandlungen, medizinische Anwendungen, Medikamente, Heil- und Hilfsmittel sowie Kuren steuerlich absetzbar. Nicht absetzbar sind dagegen Aufwendungen für besondere Lebensmittel, zum Beispiel Vollwertkost, die das Leiden verbessern.

Auch wenn grundsätzlich die Anschaffung neuer Möbel für Allergiker keinen Steuerbonus bringt, so können die Kosten für ein allergikerfreundliches Bettsystem sehr wohl absetzbar sein. Allergiker benötigen in aller Regel ja spezielles Bettzeug und auch besondere Matratzen, wenn sie nachts entspannt schlafen wollen.

ie Kosten dafür sind steuerlich absetzbar, wie der Bundesfinanzhof (AZ III B 178/06) entschieden hat. Allerdings muss die medizinische Notwendigkeit der Anschaffung von einem Amtsarzt per Attest bestätigt werden, ansonsten darf das Finanzamt die Anerkennung der Kosten verweigern.

Umzugskosten können als außergewöhnliche Belastung absetzbar sein, wenn der Umzug durch Allergien unumgänglich ist. Ein solcher Fall wurde bereits 1990 vom Finanzgericht München (nachzulesen in EFG 1991, Seite 26) entschieden.

In dem Fall war durch ein Attest die lindernde Wirkung einer neuen, allergikerfreundlichen Wohnung nachgewiesen worden. Und so konnte der Betroffene alle Kosten absetzen, die mit dem Umzug verbunden waren, wie etwa die Kosten der Spedition oder die Anschlusskosten für die Einbauküche. Steuerlich nicht absetzbar waren dagegen die Kosten, für die es einen Gegenwert gab, also beispielsweise neue Möbel.

Grundsätzlich gilt, dass alle Kosten nicht absetzbar sind, für die man einen Gegenwert erhält - unabhängig davon, ob die entsprechende Maßnahme der Allergie hilft. Lassen Allergiker also den Teppich rausreißen und durch Parkett ersetzen, so sehen die Finanzrichter darin in aller Regel eine Steigerung der Wohnqualität und weniger eine allergielindernde Maßnahme - und weil die gestiegene Wohnqualität einen Gegenwert darstellt, sind die Kosten nicht als außergewöhnliche Belastung absetzbar.

Eine Maßnahme zur Linderung einer Allergie, insbesondere Pollenallergie, kann sein, dass man ganz einfach die Ursache des Übels beseitigt. Das Internetportal steuerrat24.de weist auf einen Fall hin, in dem eine Familie vor Gericht die Kosten für das Fällen von 67 Birken auf dem Grundstück absetzen konnte - immerhin 7700 Euro.

In dem Fall litt die Tochter an allergischem Asthma-Bronchiale und nachgewiesener Birkenpollenallergie. Verschiedene Therapiemaßnahmen blieben erfolglos, die Birken auf dem Grundstück verschlimmerten die Allergie immer wieder. Und so hatten die Finanzrichter ein Einsehen und gaben der Familie Recht, nachdem das Finanzamt sich geweigert hatte, die Kosten anzuerkennen.