Aachen: Kommt der Bitcoin-Crash?

Aachen: Kommt der Bitcoin-Crash?

Die schier unglaubliche Erfolgsgeschichte von Bitcoin bekommt Risse. China und Südkorea gehen gegen die Kryptowährung vor. Auch Investment-Legende Warren Buffett sieht ein böses Ende für Bitcoin.

Der Kursverlauf von Bitcoin ist die reinste Achterbahnfahrt. Wobei so ganz stimmt dieses Sprachbild nicht. Oder vielleicht noch nicht. Denn eine Achterbahnfahrt beginnt meist am Boden, die Gondeln werden noch oben gezogen und beginnen dann ihre rasante Fahrt. Doch am Ende steigen die Passagiere ebenerdig wieder aus. Bisher war der Kursverlauf aber eher so: Langfristig ging es steil nach oben und nach jeder Euphorie ging es wieder nach unten, aber bei weitem nicht so stark wie die Aufwärtstrends. Derzeit sehen wir wieder eine solche Phase. Am 17. Dezember 2017 war ein Coin um die 20.000 US-Dollar wert. Mittlerweile kratzt Bitcoin an der 13.000er-Marke. Am Boden angekommen ist Bitcoin aber noch längst nicht.

China will Bitcoin-Schürfern das Handwerk legen

Der hohe Bitcoin-Kurs lässt andere wesentlich günstigeren Kryptowährungen wie Ripple, NEM, IOTA oder Stellar interessant erscheinen. Es gibt aber auch handfeste Gründe, die derzeit die Bitcoin-Gemeinde verunsichern. Seit Tagen kursieren Gerüchte, wonach der chinesische Regierung Bitcoin ein Dorn im Auge ist. Berichten von "China Daily" zur Folge hat die politische Führung Bitcoin-Schürfern die Beendigung ihrer Aktivitäten angeordnet. Das berichtet das Blatt übereinstimmend mit dem "Wall Street Journal". Ein eigens eingerichteter Arbeitskreis unter Leitung der Notenbank habe die lokalen Behörden bereits angewiesen, die Schließung zu koordinieren. Der Ausstieg soll demnach "geordnet" und ohne eine festgelegte Deadline stattfinden.Gegenüber dem "Wall Street Journal" soll ein Vertreter einer lokalen Regulierungsbehörde dieses Vorgehen bestätigt haben.

Begründungen für das Durchgreifen Pekings gehen dahin, dass Bitcoin-Schürfer im großen Stil niedrige Strompreise in einigen Regionen ausgenutzt und damit die reguläre Stromversorgung beeinträchtigt haben. China war bisher einer der größten Erzeuger von Bitcoins.

Nicht nur in China betrachtet die Regierung die digitale Währung mit Skepsis. Auch in Südkorea formiert sich politischer Widerstand. Der Justizminister hat angekündigt, dass die Regierung ein Verbot für den Handel mit Bitcoin vorbereite. Außerdem kamen einige Handelsplattformen in Fokus der Steuerbehörden.

Warren Buffett sieht schwarz für Bitcoin und Co

Anleger und Spekulanten hängen gerne an den Lippen von US-Anlegerikone Warren Buffett. Was hält wohl das "Orakel von Omaha" von Kryptowährungen? Gar nichts. Seine negative Haltung hatte der 87-Jährige jüngst erneut bekräftigt. Im Interview mit dem US-Sender CNBC ließ er kein gutes Haar an digitalen Währungen. "Ich kann mit annähernder Sicherheit sagen, dass sie ein böses Ende nehmen werden", sagte Buffet. Dennoch spekuliere er noch nicht auf einen Crash. Er kenne sich zwar nicht sonderlich damit aus, aber "was derzeit abläuft, wird definitiv böse enden". Das würde letztlich das Bild der Achterbahnfahrt abrunden.

In der Tat gibt es Instrumente, auf fallende Kurse von Bitcoin zu setzen. So gibt es am Markt sogenannte Exchange Traded Notes (ETN), mit denen Anleger "short gehen" können — sprich auf fallende Kurse setzen können. Daneben ist denkbar, sich Aktien herauszupicken, die erfahrungsgemäß sehr nah am Bitcoin-Kurs hängen. Das sind etwa Nvidia, AMD oder die Bitcoin Group. Dazu gibt es nämlich ebenfalls Short-Papiere.

Vorsicht: Lassen Sie von Short-Papieren besser die Finger. Solche Produkte sind mit enormen Risiken behaftet. Das Gleiche gilt für den direkten Handel mit Kryptowährungen. Ein solider Vermögensmix basiert vielmehr auf konservativen Geldanlagen wie Tagesgeld und Festgeld, aber auch auf der anderen Seite auf solide Aktien, die Sie am besten über einen kostengünstigen ETF halten. Geeignet für die Altersvorsorge ist aber auch die eigene Immobilie, die Sie am besten mit einer günstigen Baufinanzierung realisieren.

Geldanlage-Vergleich: Diese Zinsen gibt es derzeit bei Tagesgeld, Festgeld und Sparbriefen.

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