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Aachen: Ist Palladium das neue Gold?

Aachen : Ist Palladium das neue Gold?

Der Goldpreis sinkt. Wird ein anderes Edelmetall Liebling der Anleger werden? Viele Experten tippen auf Palladium. Seit wir von einer Krise in die nächste stolpern, vertrauen Anleger auf Gold. Das Edelmetall gilt als eiserne Reserve und als besonders inflationssicher.

In den vergangenen zehn Jahren stieg der Kurswert auf Dollarbasis um über 400 Prozent!

Doch seit Herbst 2011 scheint die Goldrally vorbei. Der Kurs ging von 1.900 US-Dollar je Feinunze auf aktuell rund 1.575 US-Dollar zurück. Selbst die jüngste Zypernkrise brachte nur ein kurzes Aufflackern beim Goldwert. Uwe Zimmer, Vorstand der Meridio Vermögensverwaltung in Köln, prophezeite bereits Anfang des Jahres im Interview mit Biallo.de anhaltende Kursverluste: Das Kursziel läuft in 100er-Schritten nach unten, zunächst bis auf 1.500 US-Dollar, dann Richtung 1.000 US-Dollar. Das wird sich über das gesamte Jahr 2013 hinziehen. Auch Goldfonds bekamen das zu spüren. So verlor der renommierte PIA Gold Stock A binnen zwölf Monaten über 22 Prozent an Wert, der Schweizer Gold Equity Fund B sogar knapp 25 Prozent.

Palladium bei Industrie und Anlegern gefragt

Anders ist die Situation beim Industrie- und Edelmetall Palladium. Hier steht der industrielle Verbrauch im Vordergrund - und der steigt. In der Autoindustrie verdrängt das preiswerte Palladium mehr und mehr das bei der Herstellung von Katalysatoren verwendete, teure Platin, sagt Finanzexperte Andreas Hauser von der Wiesbadener Vermögensverwaltung HP&P. Außerdem sei die Produktion nicht beliebig erweiterbar, denn Palladium komme nur an wenigen Stellen auf der Erde vor. Der russische Norilsk Konzern sorgt für mehr als 40 Prozent der globalen Palladium-Produktion, Südafrika liefert etwa ein Fünftel, der Rest kommt aus Nordamerika und China.

Entscheidend ist die quasi Monopolstellung von Norilsk Nickel. Der russische Konzern hat die Überproduktion von Palladium aus früheren Jahren inzwischen abgebaut und verknappt zusehends das Angebot. Die Russen spekulieren auf neue Preisschübe und damit auf Rekordgewinne. Zimperlich sind sie dabei nicht, das zeigte sich bereits vor zwölf Jahren, als der Autoriese Ford durch ungeschickte Bevorratung gezwungen wurde, bis zu 1.000 US Dollar für das Industriemetall Palladium zu zahlen.

Wie können Anleger in Palladium inverstieren?

Aktuell liegt der Palladium-Kurs bei 760 US-Dollar. Aufgrund des Automobilbooms vor allem in den Schwellenländern Asiens dürfte die Nachfrage nach Palladium weiter steigen. Experten halten Kursziele von 1.000 US-Dollar in naher Zukunft für durchaus realistisch. Anleger, die sich die Kurschancen nicht entgehen lassen wollen, können entweder direkt über Zertifikate auf den Palladium-Preis spekulieren oder das Investment mit Fonds breit streuen. Möglich ist etwa der Kauf eines bei Comdirect oder Cortal Consors erhältlichen Palladium-Zertifikats mit der ISIN-Nummer: DE000CB5UXE5.

Ein direktes Investment erlaubt auch der ETF JB Fund (USD) mit der Wertpapiernummer CH0106407262. Vermögensprofi Hauser empfiehlt jedoch kein reines Palladium-Investment, denn das Edelmetall ist sehr volatil und der Kurswert stark von der konjunkturellen Nachfrage abhängig. Um Risiken zu streuen, hat Hauser den ETF Physical Palladium in seinen vermögensverwaltenden Fonds Universal AK A (WKN A0MYGU) integriert. Hier dient das Edelmetall zusammen mit Silber der Portfoliodiversifizierung sowie zur Erhöhung der Renditechance. Mit Erfolg: Die Dreijahresperformance liegt bei rund zehn Prozent.

Geldanlage-Vergleich: Diese Zinsen gibt es derzeit bei Tagesgeld, Festgeld und Sparbriefen.