Aachen: Immobilienmarkt: Droht eine Preisblase?

Aachen: Immobilienmarkt: Droht eine Preisblase?

Experten warnen vor einer Preisblase am deutschen Immobilienmarkt. Dieser Ansicht widerspricht Thomas Hein, Leiter Partnervertrieb bei der ING-Diba.

Trotz stark gestiegener Kaufpreise und Mieten, ist die Verschuldung der deutschen Haushalte im ersten Quartal 2015 im Vergleich zum Jahr 2000 rückläufig, berichtet Diba-Manager Hein. Ein weiteres Argument gegen die Preisblase ist nach Heins Ansicht das Vorsichtsprinzip, auf das die Deutschen beim Hauskauf weiterhin viel Wert legen würden. Dies zeigt sich besonders an der hohen Tilgungsrate. Derzeit liegt sie bei fast drei Prozent und damit deutlich höher als sonst. Auch die Beleihung fällt bei durchschnittlichen Werten zwischen 64,1 und 80,6 Prozent sehr vernünftig aus, so der Experte.

Keine Zinswende in Sicht

Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING-Diba, geht nicht davon aus, dass die Zinsen bald steigen werden: Selbst wenn die amerikanische Notenbank den Leitzins erneut anheben sollte, stehen wir noch lange nicht vor der Zinswende. Die geringe Inflation und schwaches Wirtschaftswachstum im Euro-Raum werden auch in den kommenden Jahren die Zinsen niedrig halten. Dazu trägt auch der bevorstehende Brexit bei. Er belaste Investitionen und das Wachstum nicht nur in Großbritannien, sonder im gesamten Euro-Raum. Die EZB habe daher gar keinen Grund, die Zinsen steigen zu lassen, zumal die Inflation sehr niedrig bleiben wird.

Die Niedrigzinspolitik ist für uns eine riesige Herausforderung, meinte Katharina Herrmann, Marketing-Vorstand bei der ING-Diba. Als Direktbank könne man diese jedoch aufgrund der günstigeren Kostenstruktur viel besser meistern als Filialbanken. Die Baufinanzierung laufe nach dem letzten Rekordjahr wieder fantastisch. Auch der Girokontenbereich entwickle sich bestens, nachdem immer mehr Konkurrenten hier die Gebühren erhöht haben. Offenbar wirkt das neue Zahlungskontengesetz, das den Girokonto-Wechsel erleichert.

Regulierungen nehmen zu

Neben der bereits umgesetzten Wohnimmobilienkreditrichtlinie erwartet die Bankenbranche zukünftig weitere regulatorische Instrumente: Es ist nur eine Frage der Zeit, wann der Gesetzgeber weitere Anforderungen einführt, etwa eine Obergrenze für das Verhältnis der Darlehenshöhe zum Immobilienwert. Aus Vorsichtsgründen sind Regulierungsmaßnahmen durchaus nachvollziehbar, so Thomas Hein. Die ING-Diba habe deshalb bereits heute die angedachten Maßnahmen in ihrem Kreditentscheidungsprozess weitestgehend berücksichtigt.

Trotz der aktuellen Herausforderungen entwickelt sich das Geschäft mit der Immobilienfinanzierung bei der ING-Diba sehr positiv. Das Bestandsvolumen von 51 Milliarden Euro im Jahr 2010 ist bis Ende 2015 auf nahezu 65 Milliarden Euro gewachsen. Im ersten Halbjahr 2016 summierte sich das Bestandsvolumen gar auf 65,9 Milliarden Euro. Auch auf das Gesamtjahr gerechnet liegen wir voll im Plan. Unser Immobiliengeschäft floriert, freut sich Thomas Hein.

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