Aachen: Immobilie mit Nießbrauchrecht

Aachen: Immobilie mit Nießbrauchrecht

Viele Eltern zögern, Ihre Immobilie an die Kinder zu übergeben. Dabei gibt es eine sowohl sichere als auch lukrative Strategie. So geht es.

Sie wollen Ihre Immobilie an Ihre Kinder übertragen, dabei aber Ihre Rechte zu Lebzeiten behalten? In diesem Fall empfiehlt sich eine Schenkung. Denn eine Schenkung lässt sich prima mit gewissen Vorgaben verknüpfen. So können sich Eltern Alterssicherungsrechte wie Nießbrauch oder Wohnrecht vertraglich vorbehalten und gleichzeitig zu Lebzeiten Immobilien auf ihre Kinder übertragen, ohne dabei auf ihre Rechte komplett zu verzichten.

Was ist Nießbrauchrecht?

„Nießbrauch“ bedeutet, dass ein Immobilienbesitzer eigene Objekte zu Lebzeiten überträgt, ohne seine Ansprüche darauf zu verlieren. Der „Schenker“ hat dabei das Recht, das Grundstück weiterhin zu nutzen - das nennt sich Vorbehaltsnießbrauch.

Durch die Reform der Erbschaftssteuer ist das Nießbrauch-Modell zu einem wahren Steuerspar-Modell geworden. Denn seit der Reform stiegen nicht nur die Freibeträge für den Nachwuchs, auch die Schulden lassen sich jetzt deutlich besser absetzen. „Der Nießbrauch ist jetzt voll abzugsfähig und mindert direkt den steuerlichen Wert des übergebenen Vermögensgegenstandes“, sagt Agnes Fischl, Fachanwältin für Erbrecht und Steuerberaterin von der Kanzlei Convocat aus München.

Unterschied zwischen Wohnrecht und Nießbrauch

Beim reinen Wohnrecht darf der Schenker das Haus nur bewohnen; das kann reichen, wenn die verschenkenden Eltern in ihrem Haus den Lebensabend verbringen möchten.

Beim Nießbrauchrecht dürfen sie sogar nach einem Umzug in ein Alten- oder Pflegeheim die Räume weiter vermieten und die Mieteinnahmen behalten. Das Nießbrauchrecht umfasst nicht nur die Benutzung einzelner Räume, sondern es beinhaltet ein Nutzungsrecht am ganzen Objekt. Beides wird im Grundbuch als Belastung des Grundstücks eingetragen. Dadurch wirkt es nicht nur vertraglich zwischen Eltern und Kindern, sondern auch gegen Dritte.

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