Aachen: Hoch geschätzte Spareinlagen

Aachen: Hoch geschätzte Spareinlagen

Sparbuch statt Aktien - die Deutschen legen ihr Ersparnisse vorwiegend in Sicht- und kurzfirstige Spareinlagen an. Bei der Auswahl sollten sie genau hinsehen.

Das Geldvermögen der Bundesbürger kratzt an der Fünf-Billionen-Euro-Marke. Davon halten sie mit 2.015 Milliarden Euro inzwischen gut 40 Prozent ihres Geldvermögens in eher niedrig verzinsten zum Teil sogar unverzinslichen Sicht-, Termin- und Spareinlagen sowie Bargeld -; mehr als jemals zuvor. Das zeigt eine Auswertung des Bundesverbands deutscher Banken, die auf Zahlen der Deutschen Bundesbank basiert. Auch die Bundesbank spricht im Mai-Monatsbericht von kräftigen Zuflüssen zu den Sicht- und den kurzfristigen Spareinlagen, der vor allem von den privaten Haushalten getragen wird. Doch Minizins ist nicht gleich Minizins:

Tipp:

Privatanleger, die auf Topanbieter bei Tagesgeld setzen, erzielen auch in dieser lang anhaltenden Niedrigzinsphase Spitzenzinssätze von aktuell um die 1,6 Prozent: Beispielsweise bei Rabo Direct, Renault Bank direkt und Audi- oder Volkswagenbank. Bei ausländischen Anbietern, die jedoch nur die Mindest-EU-Einlagensicherung von 100.000 Euro offerieren, sollte man allerdings vorsichtshalber auch nicht mehr als diesen Betrag parken. Diese Lehre lässt sich spätestens aus dem Zypern-Rettungspaket ziehen.

Aktien sind weniger gefragt

Die Börsenkursentwicklung ist vielen Deutschen offensichtlich zu nervenaufreibend. Dabei hat sich etwa der Deutsche Aktienindex Dax seit seinem Start 1987 bei 1.000 Indexpunkten trotz mehrfacher heftiger Kursrückschläge bis heute in etwa verachtfacht. Chancen-, aber auch risikoreichere Anlageformen wie Aktien bleiben bei den Deutschen weiterhin vergleichsweise wenig gefragt, auch wenn das Anlagevolumen zum Vorjahr wieder gestiegen ist. Nur 259 Milliarden Euro, etwa fünf Prozent des Geldvermögens, sind demnach direkt in Aktien investiert (Vorjahr 222 Milliarden Euro -; ein Plus von 16 Prozent). Hinzu kommen nochmals rund 420 Milliarden Euro in Investmentfonds (Vorjahr: 395 Milliarden Euro), die wiederum zum Teil auch in Aktien anlegen. Anfang der 1960er Jahre lag der Aktienanteil am damaligen Geldvermögen nach Auswertung des Bankenverbands noch bei rund 20 Prozent. Doch mit steigendem Wohlstand sind die Deutschen offenbar immer sicherheitsbewusster geworden.

Versicherung statt Bank oder Börse

Die Sicherheitsorientierung zeigt sich auch im hohen Anteil der Geldanlagen bei (Lebens-) Versicherungen einschließlich Pensionskassen, Pensionsfonds und berufsständischen Versorgungswerken, der inzwischen auf 1,5 Billionen Euro gestiegen ist (Vorjahr: 1,43 Billionen Euro). Insgesamt verfügen die Bundesbürger (Stand Ende 2012) über 4,94 Billionen Euro an Geldvermögen. Das sind fünf Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Geldanlage-Vergleich: Diese Zinsen gibt es derzeit bei Tagesgeld, Festgeld und Sparbriefen.

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