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Leipzig: Hersteller eines Medikaments wird vom Arzt oder Apotheker ausgewählt

Leipzig : Hersteller eines Medikaments wird vom Arzt oder Apotheker ausgewählt

Wird ein Wirkstoff von unterschiedlichen Herstellern angeboten, entscheidet prinzipiell zuerst einmal der Arzt, welches Medikament ein Patient bekommt. Wie Friedemann Schmidt, Vizepräsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), erläutert, ist es dann allerdings im zweiten Schritt Aufgabe des Apothekers zu prüfen, ob es eine günstigere Möglichkeit gibt.

Hat die Krankenkasse, bei der der Patient versichert ist, beispielsweise einen Rabattvertrag mit einem bestimmten Pharmaunternehmen abgeschlossen, muss der Apotheker auch das Mittel des jeweiligen Herstellers auswählen. Dies gilt nicht, wenn der Arzt auf der Verordnung des Mittels eines bestimmten Herstellers besteht und er deshalb auf dem Rezept das Feld „aut idem” durchstreicht: Damit verbietet er dem Apotheker, aus den verfügbaren Präparaten ein anderes auszuwählen.

„Für den Patienten hat dies keine Nachteile”, betont Schmidt. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen nicht der Arzt, sondern der Apotheker Bedenken anmeldet, ein anderes als das ursprünglich verordnete Präparat einzusetzen. Häufig geht es dabei um ältere Patienten, die bereits lange ein Medikament eines bestimmten Herstellers einnehmen. Sie sind oft skeptisch, ob ein alternatives Präparat genauso gut wirkt - und diese Skepsis kann im Extremfall tatsächlich den Erfolg der Therapie beeinträchtigen.

In einem solchen Fall kann der Apotheker reagieren, indem er pharmazeutische Bedenken geltend macht und auf dem Rezept einen entsprechenden Vermerk für die Krankenkasse anbringt. Falls die Krankenkasse allerdings die Bezahlung des abgegebenen Arzneimittels verweigert, muss der Apotheker im Extremfall selbst dafür eintreten.