Berlin: Haushaltshilfen können sich in der „Gleitzone” günstig versichern

Berlin: Haushaltshilfen können sich in der „Gleitzone” günstig versichern

Sie putzen, arbeiten als Babysitter, mähen den Rasen oder erledigen Einkäufe: Ohne Haushaltshilfen könnten deutschlandweit hunderttausende Menschen ihren Alltag nur schwer bewältigen. Doch so geschätzt die „Perle” ist, bezahlt wird sie meist „schwarz”.

Bei der Minijob-Zentrale waren Ende vergangenen Jahres nur knapp 162.000 geringfügig Beschäftigte in Privathaushalten registriert. Demgegenüber räumte in einer Emnid-Umfrage knapp jeder fünfte Befragte ein, schon einmal nicht angemeldete Haushaltshilfen beschäftigt zu haben. Demnach gibt es in rund acht Millionen Haushalten zumindest gelegentlich Schwarzarbeit.

Nicht immer ist es der Arbeitgeber, dem eine legale Beschäftigung zu kompliziert oder zu kostspielig ist. Der Umfrage zufolge würde jeder vierte private Haushalt seine Hilfe anmelden, wenn diese das auch wollte. Doch fürchten viele Hilfskräfte, dass sie bei einer Anmeldung zur Sozialversicherung wegen der fälligen Beiträge kaum noch etwas von ihrem Stundenlohn übrig behalten.

Solange eine Haushaltshilfe nicht mehr als 400 Euro im Monat verdient, ist diese Sorge unbegründet. Es fallen nämlich lediglich Pauschalbeiträge zur Kranken- und Rentenversicherung an, die voll vom Arbeitgeber übernommen werden müssen. Dieser kann die Kosten im Gegenzug als „haushaltsnahe Dienstleistung” von der Steuer absetzen.

Ab einem Lohn von 401 Euro wird der Mini- zum Midi-Job und voll versicherungspflichtig. Der Arbeitgeber trägt dann die Hälfte der regulären Beiträge zur Kranken- und Pflegekasse sowie der Renten und Arbeitslosenversicherung, während der Midi-Jobber von der Gleitzonenregelung profitiert und nur einen Teil des üblichen Beitrags zahlen muss. Vor allem für Arbeitnehmer, die ausschließlich als Haushaltshilfe arbeiten, ist ein Midi-Job attraktiv. Denn sie bekommen eine Krankenversicherung zu ausgesprochen günstigen Konditionen. Außerdem bekommen sie Anspruch auf Arbeitslosengeld sowie die Leistungen der Rentenversicherung.

Bei einem Monatseinkommen von beispielsweise 500 Euro muss die Haushaltshilfe gut 73 Euro abführen, davon 29 Euro an die Krankenkasse. Zum Vergleich: Der Mindestbeitrag für die freiwillige Krankenversicherung von Geringverdienern beginnt in der Regel bei 125 Euro, hinzu kommt der Beitrag zur Pflegeversicherung. Ansprechpartner für die Anmeldung eines Midi-Jobs ist die Krankenkasse der Haushaltshilfe.

Den Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung teilen die Haushalte, in denen die Hilfe beschäftigt ist, untereinander auf. Wie hoch der Beitrag ist, lässt sich beispielsweise mit dem Gleitzonenrechner der AOK (aok-business.de, Link Tools, Gleitzonenrechner) ermitteln.

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