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Aachen: Gut vorbereitet ist halb gekauft

Aachen : Gut vorbereitet ist halb gekauft

Immobilien boomen. Oft sind Besichtigungstermine regelrechte Massenveranstaltungen. Wer sich gut vorbereitet, geht nicht im Käuferansturm unter. Kaum inseriert, sind viele Immobilien schon nach kurzer Zeit verkauft. Vor allem in gefragten Lagen ist die Umschlaggeschwindigkeit sehr hoch.

Wer es überhaupt schafft, einen Besichtigungstermin zu ergattern, muss sich das Interesse des Verkäufers mit vielen Kandidaten teilen. Wie schafft man es, sich in dieser Situation einen Vorteil zu verschaffen?

Wer ein Eigenheim sucht, hat grobe Vorstellungen, wie das Objekt beschaffen sein soll. Aber viele Interessenten fangen erst spät an, die eigenen Wünsche zu konkretisieren. Eine Immobilie, die wirklich alles erfüllt, gibt es nicht, sagt Ludwig Wiesbauer, Bereichsvorstand beim Immobilienvermittler Planet Home. Es sei deshalb wichtig, sich schon früh darüber im Klaren zu werden, worauf man am ehesten verzichten kann. Der Experte rät, sich alle Wünsche an die Traumimmobilie in einer Liste zu notieren und in Kategorien einzuteilen. Bevor sie zu einer Besichtigung gehen, sollten Kaufinteressenten das Exposé gut studiert und Fragen zum Objekt überlegt haben, so Wiesbauer. Das klinge zwar etwas bürokratisch, sichere aber einen Vorteil gegenüber jenen, die überwiegend emotional und unvorbereitet zum Termin kommen. Erkennt der Makler oder Verkäufer, dass man sich schon mit Objekt beschäftigt hat, unterstellt er zumeist ein tiefergehendes Interesse an der Immobilie.

Nicht nur die Immobilie selbst, sondern auch die Lage muss den eigenen Vorstellungen entsprechen. Ist die Umgebung oder die örtliche Infrastruktur wenig bedarfsgerecht, ist eine Objektbesichtigung nicht sinnvoll. Was nützt die schönste Wohnung oder das beste Haus, wenn ich mich mit der Umgebung nicht anfreunden kann, so Wiesbauer. Er rät dazu, sich vorab bestimmte Wunschquartiere anzuschauen und festzulegen, in welcher Gegend man konkret auf Wohnungssuche geht. Das schließe unnötige Besichtigungen in unerwünschten Wohngegenden aus.

Ist ein passendes Objekt gefunden, ist der Besichtigungstermin gut vorzubereiten. In der Regel spricht nichts dagegen, Dokumente wie Baupläne, Jahresabrechnung, Eigentümerprotokoll oder Teilungserklärung im Vorfeld beim Makler anzufordern. Die Unterlagen enthalten wichtige Informationen, die die Entscheidung erleichtern. So kann man dem Eigentümerprotokoll entnehmen, ob Reparaturen oder Modernisierungsarbeiten anstehen, die zusätzliche Kosten verursachen. Auch spielt die Höhe der Rücklagen bei der Kaufpreisfindung eine Rolle. Der Wirtschaftsplan listet alle zu erwartenden Einnahmen und Ausgaben der Eigentümergemeinschaft auf, sagt Experte Wiesbauer. Ein Blick darauf ermöglicht vielen Interessenten bereits eine Vorentscheidung und gibt häufig den Ausschlag dafür, ob man das Objekt überhaupt anschaut.

Wer schon früh seine Wünsche kennt und Hintergrundinformationen über das Objekt und dessen Lage einholt, ist bei der Besichtigung klar im Vorteil, so der Immobilienfachmann. Trifft die Immobilie den Geschmack, könne man sofort zuschlagen, während unvorbereitete Kaufinteressenten erst dann anfangen, sich näher mit dem Objekt zu beschäftigen.

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