Hambergen/Lüneburg: Günstig kochen: Sparen fängt mit Planung an

Hambergen/Lüneburg: Günstig kochen: Sparen fängt mit Planung an

Auf der Liste der guten Vorsätze für das neue Jahr steht in manch einem Haushalt Sparen ganz oben. Das kann mit wenig Aufwand schon in der Küche anfangen. Die Basis für alle Sparmaßnahmen ist eine gute Planung.

Wenn im Laufe der Woche Zutaten immer wieder im Vorbeigehen besorgt werden müssen, schlägt das schnell zu Buche.

„Ein überschaubarer Planungszeitraum ist eine Woche”, erläutert Ingeborg Henneberger, stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes Hauswirtschaftlicher Berufe in Hambergen (Niedersachsen). Am besten wird zunächst ein detaillierter Speiseplan erstellt, dann folgen die Einkaufsliste und der Großeinkauf.

Mancherorts stehen mehrere Discounter plus Fachgeschäfte zur Auswahl. Da lohnt es sich, genau hinzuschauen. Genau das haben Kurt Meier und Uwe Glinka aus Lüneburg getan: Die beiden haben bis vor kurzem Hartz IV bezogen und für ein Ratgeber-Buch die Preise aller Zutaten bei acht großen Discountern verglichen. Ein wichtiges Ergebnis: „Die Grundzutaten unterscheiden sich in ihren Dauerpreisen so gut wie gar nicht”, erläutert Meier.

Anders sieht es bei den Angeboten aus. Wer geeignete Lagermöglichkeiten hat, kann diese nutzen, um Kaffee, Nudeln oder Reis auf Vorrat zu kaufen. Sind sie zum Beispiel um ein Drittel herabgesetzt, kann dies das entscheidende Kriterium für die Wahl eines Geschäftes in einer bestimmten Woche sein. „Es macht jedoch keinen Sinn, seine Einkäufe aus den Angeboten von vier verschiedenen Geschäften zusammenzusuchen”, sagt Ute Gomm vom Verbraucherinformationsdienst aid in Bonn. Schließlich kostet ein solcher Einkaufsmarathon Zeit und Sprit.

Prinzipiell gilt: „Trockenprodukte wie Mehl, Zucker, Salz, Öl, Nudeln, Gries, Reis und Linsen sind günstig und sollten immer vorrätig sein. Beim Gemüse sind saisonale Produkte nicht nur besonders preisgünstig, sondern auch sehr gesund”, listet Henneberger auf. Dank ihrer wertvollen Inhaltsstoffe und vielseitigen Einsetzbarkeit hat die Kartoffel gute Chancen, die Grundzutat Nummer eins zu sein. In die Kategorie „besonders teuer und wenig gesund” gehören dagegen tierische Produkte. „Das gilt auch für Lebensmittel mit einem hohen Fett- und Zuckeranteil sowie für nährstoffangereicherte Produkte”, betont Gomm.

Beim Einkauf sollte der Blick auch mal nach unten im Regal wandern. „Dort finden sich No-Name-Produkte, die in der Regel deutlich günstiger sind als die Markenartikel in Augenhöhe”, betont Meier. Preisangaben pro 100 Gramm ermöglichen den direkten Vergleich. Der ist in jedem Fall sinnvoll. „Entgegen der landläufigen Meinung sind Großpackungen nämlich bei weitem nicht immer die günstigere Variante”, sagt Gomm.

Die Regel „Je weiter verarbeitet ein Produkt ist, umso teurer ist es” mag zwar für Gebäckteig aus dem Kühlregal oder Fertigmenüs gelten. Aber auch sie hat Ausnahmen: „So preisgünstig wie ein Eintopf in der Dose zu haben ist, kann er aus frischen Zutaten nie werden. Und auch selbst gemachte Marmelade rechnet sich nicht”, zählt Gomm auf - zumindest nicht in finanzieller Hinsicht, in gesundheitlicher wohl schon. An solchen Punkten müssen Verbraucher abwägen, wie weit sie mit dem Sparen gehen möchten.

Der zweite große Sparfaktor in der Küche ist die Größe der gekochten Portionen: Wenn einmal ein Kilo Nudeln oder Kartoffeln gekocht wird, benötigt das deutlich weniger Energie, als wenn zweimal ein Pfund in den Topf kommt. „Was am ersten Tag zu viel ist, kann man entweder einfrieren oder in den folgenden Tagen verwerten”, sagt Meier vor. „Dann gibt es heute Kartoffeln mit Quark und morgen Bratkartoffeln, an einem Tag Nudeln mit Tomatensoße und am nächsten einen Nudelauflauf.” Im Idealfall werden solche Sparmöglichkeiten schon bei der Wochenplanung berücksichtigt.

Auch Energie kostet Geld

Auch die Haushaltsgeräte sollten beim Sparen auf den Prüfstand. Die Zwiebel kann durchaus mit dem Messer statt im Aufsatz der Küchenmaschine zerkleinert werden. Eine Mikrowelle frisst zwar generell viel Strom. Im Einpersonenhaushalt kann sie dennoch sinnvoll sein. Dort lohnt es sich oft nicht, den Backofen - ebenfalls einen Stromfresser - anzuwerfen. Außerdem macht es sich im Energieverbrauch deutlich bemerkbar, ob mit Ober-/Unterhitze oder mit Umluft und damit mit geringerer Temperatur gearbeitet wird.

Literatur: Sparkochbuch, Dr. Oetker, ISBN: 978-3-76700-988-2, 9,95 Euro; Uwe Glinka, Kurt Meier: Das Sparkochbuch, Egmont vgs, 978-3-80253-692-2, 8,95 Euro.

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