Generation Z: Nicht unbesorgt, aber unterversichert

Generation Z : Nicht unbesorgt, aber unterversichert

Die Jugend von heute! Sie lebt im Jetzt, denkt nur ans Vergnügen und schert sich nicht um die Zukunft - so denken zumindest viele der älteren Generation. Dass diese Auffassung allerdings nicht der Realität entspricht, zeigen Befragungen der nach 1995 Geborenen - also der Mitglieder der sogenannten Generation Z.

Doch obwohl viele von ihnen Familien gründen, mangelt es ihnen oft an passenden Versicherungen.

„Eigentlich ganz vernünftig" sei die Generation Z - zu diesem Schluss kommt das Portal Statista, das zu den Interessen, Zielen und zur Lebenssituation dieser Altersgruppe zahlreiche Studien und Befragungen ausgewertet hat. So ließ beispielsweise die Celepedia Jugendstudie 2016 erkennen, dass schon die 14- bis 17-Jährigen vorausschauend denken. Studieren oder eine Ausbildung machen und eine Familie gründen, das wünschen sich viele der Befragten. 61 Prozent wollen heiraten, 67 Prozent zwei Kinder haben - ein klassisches Familienmodell also.

Familie gründen, ja - absichern, nein

Was jedoch viele junge Erwachsene dabei nicht bedenken: Verantwortung für seine Kinder und seinen Partner zu übernehmen, heißt nicht nur, ihnen ein gutes Leben zu ermöglichen. Es heißt auch, diesen Lebensstandard abzusichern. Eine besonders für Familien wichtige Versicherung, die aber vergleichsweise wenigen bekannt ist, ist die Risikolebensversicherung. Wenn der Versicherte während der Laufzeit verstirbt, erhält der Begünstigte (meist der Ehepartner oder die Kinder) eine vereinbarte Versicherungssumme. Das kann die Hinterbliebenen vor einer Verschlechterung des Lebensstandards bewahren; denn fällt ein Einkommen plötzlich weg, haben die Angehörigen nicht nur mit der Trauer zu kämpfen: Laufende Kosten, beispielsweise für die Versorgung und Ausbildung der Kinder oder für die Tilgung eines Kredits müssen weiterhin bezahlt werden.

Wer heiratet oder Kinder bekommt, sollte dies also zum Anlass nehmen, seine Familienmitglieder gegen die mitunter gravierenden finanziellen Folgen eines Todesfalls abzusichern. Die Statista-Konsumentenbefragung „Versicherungen 2017" ergab allerdings, dass von den 18- bis 29-Jährigen lediglich 19 Prozent eine Risikolebensversicherung abgeschlossen haben. Zum Vergleich: Eine private Rentenversicherung oder eine Unfallversicherung haben jeweils knapp unter 30 Prozent, eine Unfallversicherung knapp über 40 Prozent. Zwar können sich 38 Prozent der Befragten grundsätzlich den Abschluss einer Risikolebensversicherung vorstellen, sie sind aber diesbezüglich noch nicht aktiv geworden. 14 Prozent sind sich nicht sicher, ob sie bereits eine besitzen. Woran liegt es, dass nur verhältnismäßig wenige junge Menschen diese essenzielle Police abschließen, obwohl Hochzeit und Familiengründung hoch im Kurs stehen?

„Digital Natives" informieren sich überwiegend online

Ein möglicher Grund: Finanzielle Sorgen durch eine Berufsunfähigkeit oder einen Todesfall sind natürlich nicht das erste, woran man denkt, wenn man eine Familie gründet. Und junge Erwachsene, die gerade erst im Berufsleben angekommen sind und eine Familie ernähren müssen, möchten womöglich auch das Haushaltsbudget nicht mit vielen Versicherungsbeiträgen belasten. Doch diese Sichtweise scheint nicht so richtig zu der ansonsten eher konservativ und vorausschauend denkenden Generation Z zu passen.

Auf der Suche nach Gründen sollte man bedenken, dass die überaus digital-affine Generation Z auch in puncto Versicherungen ein anderes Konsumverhalten an den Tag legt als ihre Eltern oder älteren Geschwister. Nach Informationen gesucht und gekauft wird häufig online. In den Bereichen Reisen, Kleidung und sogar bei Lebensmitteln ist dies besonders verbreitet, denn dort gibt es auch entsprechende Angebote. Die Versicherungsbranche allerdings befindet sich erst seit kurzer Zeit im Umbruch: Digitale Angebote - vom Tarifrechner bis zum Online-Abschluss - sind noch keine Selbstverständlichkeit. Gleichzeitig scheuen die meisten "Digital Natives" den Gang zum Versicherungsberater. Dass es gilt, diese Lücke zu füllen und eine neue Generation von Konsumenten gerade über die weniger bekannten Policen wie die Risikolebensversicherung zu informieren, ist inzwischen bei vielen Versicherern angekommen: Im Netz findet man daher immer mehr Ratgeber zu Versicherungsthemen für junge Leute.

Mehr von Aachener Zeitung