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Stuttgart: Geldanlage in Eigenregie spart Kosten

Stuttgart : Geldanlage in Eigenregie spart Kosten

Geld anlegen kann mühsam sein. Schließlich müssen die richtigen Produkte gefunden, die Entwicklung regelmäßig beobachtet und die Anlagen ab und zu umgeschichtet werden. Viele Anleger aber scheuen diese Mühe.

„Sie legen ihr Geld stattdessen zum Beispiel in Rentenversicherungen oder gemanagten Aktienfonds an, überlassen die Anlageentscheidungen den Profis und hoffen so auf gute Erträge”, erklärt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Anleger, die sich dagegen selbst um ihr Geld kümmern, können aber unter Umständen deutlich mehr herausholen.

Der Grund ist einfach: „Die Bequemlichkeit hat einen hohen Preis”, erklärt der Finanzexperte. „Die Verkäufer in den Banken und die Fondsmanager beispielsweise lassen sich ihre Arbeit gut bezahlen.” Fällig werden hier nicht nur 5 Prozent Ausgabeaufschlag bei Kauf, sondern auch im Schnitt 1,5 Prozent pro Jahr. Die Kosten des Anlegers sind die Erträge der Banken und vermeintlichen Profis. Auch bei Rentenversicherungen müssen Kunden mit hohen Kosten bei und nach Vertragsabschluss kalkulieren. „Bei den niedrigen Zinsen heutzutage sind derart hohe Kosten Gift für den Anlageerfolg.”

Ein Beispiel: Ein Anleger investiert jeden Monat 100 Euro und bekommt dafür eine angenommene durchschnittliche Rendite von 3 Prozent. Legt er dieses Geld in einem gemanagten Rentenfonds oder einer Rentenversicherung an, wo jährlich 1 Prozent Kosten anfallen, liegen die Erträge nach 30 Jahren bei 13.200 Euro. Sind die Kosten dagegen nur ein Zehntel so hoch, wie beispielsweise bei börsengehandelten Indexfonds, liegen die Erträge nach 30 Jahren bei rund 21.000 Euro.

„Verlassen Sie sich also nicht zu sehr auf ihren Finanzberater, der Ihnen nur teure Produkte verkaufen will”, rät Nauhauser. „Suchen Sie auch selber nach passenden Produkten, die eine hohe Risikostreuung sicherstellen.” Das ist zwar aufwendiger, kann aber lohnenswert sein: „Die Geldanlage in Eigenregie spart auch bei Kleinanlegern oft Kosten in Höhe von vielen Tausend Euro.”

(dpa)