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Aachen: Frühzeitig altersgerecht umbauen

Aachen : Frühzeitig altersgerecht umbauen

Auch im Alter in der eigenen Immobilie wohnen - das wünschen sich viele Menschen. Sie sollten frühzeitig an einen altersgerechten Umbau denken. Bislang gibt es in Deutschland etwa 550.000 barrierefreie Wohnungen, so der Bundesverband Deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen.

Benötigt werden jedoch schätzungsweise drei Millionen. In einem Viertel aller Haushalte werden im Jahr 2025 Menschen leben, die über 70 Jahre alt sind. Jedoch sind bislang nur knapp über ein Prozent der Wohnungen so hergerichtet, dass Senioren zum Beispiel ihr Bad mit dem Rollator oder Rollstuhl nutzen können. Die Nachfrage nach altersgerechtem Wohnraum wird aufgrund der demographischen Entwicklung zwangsläufig zunehmen, sagt Martin Leveringhaus, Immobilienexperte bei der Deutschen Bank. Umsichtige Hausbesitzer würden bei einer anstehenden Sanierung zugleich altersgerechte Um- und Einbauten vornehmen. Seniorengerechte Häuser erhöhen nicht nur die eigene Lebensqualität, sie lassen sich auch rentabler vermieten oder verkaufen. Barrierefreier Wohnraum ist gefragt, so Levering.

Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung

Oft sind schon relativ einfache Maßnahmen ausreichend, um Wohnungen und Häuser seniorengerecht umzubauen. Hilfreich sind beispielsweise höhenverstellbare Arbeitsflächen in der Küche, bodengleiche Duschen, Badewannen mit Einstiegstür und die Entfernung von Türschwellen. Die Verbreiterung von Türen und der Einbau eines Treppenliftes sind hingegen bereits aufwändiger.

Der frühzeitige Umbau ermöglicht es älteren Menschen, länger eigenständig in ihrem vertrauten Umfeld zu wohnen. Sinnvoll ist es, bereits vor dem eigenen Rentenalter über eine altersgerechte Modernisierung nachzudenken. Denn höhere Einkünfte während des Erwerbslebens und ein zumeist besserer Gesundheitszustand erleichtern den Umbau. In vielen Bundesländern helfen spezielle Wohnberater kostenfrei mit Analysen und Tipps, so Leveringhaus. Hohe Kosten, wie sie viele Eigentümer befürchten, seien häufig übertrieben. Die Kosten für Umbauarbeiten liegen oftmals unter den Erwartungen, wie wir in Beratungsgesprächen feststellen, sagt der Immobilienexperte. Ein altersgerechtes Bad mit bodenebener Dusche sei bereits ab 3000 Euro möglich, ein Treppenlift ab etwa 5000 Euro und das Entfernen von Türschwellen koste nicht mehr als einige Hundert Euro.

Günstige Finanzierungsangebote

Nicht immer lassen sich solche Maßnahmen aus den Ersparnissen bezahlen. Wer dafür Geld aufnehmen muss, kann auf kleine Modernisierungsdarlehen setzen, wie sie etwa die Volksbank Dortmund, die Deutsche Bank, die PSD Bank Rhein-Ruhr und die Dortmunder Sparkasse anbieten. Laut Biallo.de-Baugeld-Vergleich fallen für solche Darlehen, je nach Laufzeit, Zinssätze zwischen zwei und drei Prozent Zinsen an. Zusätzliche Unterstützung bietet die staatliche KfW Bank. Im Programm 159 Altersgerecht Umbauen erhalten Modernisierer bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit bereits ab einem Prozent Zins.

Andere Möglichkeit: eine neue Art von Modernisierungsdarlehen, wie es etwa die Deutsche Bank und einige Bausparkassen anbieten. Dabei werden Vorfinanzierung und Bausparvertrag kombiniert. So lassen sich mittlere Investitionssummen zwischen 10.000 und 30.000 Euro kostengünstig abdecken. Positiv: Diese Darlehen erfordern keinen Grundbucheintrag. Kurze Laufzeiten, Sondertilgungsoption und faire Bonitätsbewertung sorgen dafür, dass auch ältere Modernisierer solche Darlehen ohne Zinsaufschläge erhalten können, sagt Leveringhaus.

Tipp:

Für einen altersgerechten Umbau können Eigentümer auch die Wohnriester-Förderung nutzen.

Baugeld-Vergleich: Verschaffen Sie sich einen Überblick über die aktuellen Baugeldkonditionen überregionaler und regionaler Anbieter.