Aachen: Fördergeld während der Darlehensphase: Bis zu 50.000 Euro

Aachen: Fördergeld während der Darlehensphase: Bis zu 50.000 Euro

Riester-Sparer werden bis zum Renteneintritt gefördert. Doch wie funktioniert das beim Immobilienkauf? Erhalten Bausparer auch während der Tilgung Zuschüsse?

Die staatliche Riester-Förderung fließt nicht nur in der Sparphase in den Bausparvertrag, sondern auch während der Darlehensphase.

Bausparer erzielen dadurch folgende Vorteile

1. In der Sparphase erhöht die Zulage das Bausparguthaben.

2. In der Darlehensphase fließen die Zulagen als Tilgungszuschuss in das Riester-Bauspardarlehen. Das verkürzt die Laufzeit des Darlehens und reduziert die Finanzierungskosten.

Zusätzlich zur Grundzulage von 154 Euro im Jahr sowie den Kinderzulagen von 300 bzw. 185 Euro je Kind, können Wohn-Riester-Bausparer ihre Einzahlungen von der Steuer absetzen. Die daraus resultierende Steuerrückerstattung steht zur freien Verfügung. Um weitere Vorteile für die Baufinanzierung zu erzielen, lohnt es sich, den Steuerbonus als Sonderzahlungen in den Bausparvertrag einfließen zu lassen bzw. als Sondertilgung in das Bauspardarlehen einzuzahlen.

50.000 Euro Finanzvorteil möglich

Den hohen Nutzen der Wohnriester-Förderung für Bausparer unterstreichen Berechnungen von Verbraucherschützern. So hat das Verbrauchermagazin Finanztest vorgerechnet, dass Familien mit mittlerem Einkommen unter bestimmten Bedingungen mehr als 100 Prozent ihrer eigenen Sparleistung an Zuschuss erhalten können - und das zum Teil über Jahrzehnte. Trotz nachgelagerter Wohnriester-Besteuerung sind dadurch finanzielle Vorteile in der Größenordnung von 50.000 Euro möglich. Geförderte Eigentümer sind viel schneller schuldenfrei als Immobilienkäufer mit einer konventionellen Finanzierung.

Keine Angst vor dem Finanzamt

Alle Renteneinkommen werden besteuert, das gilt auch für den Wohn-Riester, wie ihn beispielsweise die Huk-Coburg anbietet. Zwar erhalten Immobilienkäufer keine Rente ausgezahlt, aber sie profitieren von der eingesparten Miete im Alter. Um alle Riester-Sparer steuerlich gleich zu stellen, hat der Gesetzgeber das Konstrukt des Wohnförderkontos erfunden.

Zu Rentenbeginn werden darauf das über die Jahre geförderte Kapital bzw. die geförderten Tilgungsleistungen übertragen und mit jährlich zwei Prozent verzinst. „Im Ruhestand ist der Betrag dann nachgelagert zu versteuern“ , erläutert Hartmut Schwarz, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Bremen.

Bei jährlicher Zahlung berechnet der Fiskus ab Renteneintritt bis zum 85. Lebensjahr Steuern. Dazu wird der Kontostand durch die Anzahl der offenen Steuerjahre geteilt und der Betrag zu den jährlichen Einkünften addiert. Erfolgt die Steuerzahlung auf einen Schlag, gewährt das Finanzamt 30 Prozent Rabatt.

Vorteil für Bausparer: Da der persönliche Steuersatz im Alter meist viel niedriger ist als während des Berufslebens, zahlen Senioren nur geringe Steuern auf die erhaltene Riester-Förderung.