1. Leben
  2. Geld

Berlin: Falsch verteilte Freistellungsaufträge: Anlage KAP kann sich lohnen

Berlin : Falsch verteilte Freistellungsaufträge: Anlage KAP kann sich lohnen

Für einige Sparer kann es sich lohnen, im Rahmen der Einkommensteuererklärung auch die Anlage KAP auszufüllen. „Denn liegen die Einkünfte aus Kapitalerträgen unterhalb des Sparer-Pauschbetrags, können sich Anleger so zu viel bezahlte Steuern vom Fiskus zurückholen”, erklärt Erich Nöll vom Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine auf Anfrage.

Für Ledige liegt der Sparer-Pauschbetrag bei 801 Euro, für Verheiratete bei 1602 Euro. „Die Beträge können Anleger frei auf einzelne Banken und Fondsanbieter verteilen”, betont Nöll.

Wer den Freistellungsantrag richtig und rechtzeitig gestellt hat, muss in der Regel nicht tätig werden: „Denn dann zieht die Bank den festgelegten Betrag ab und führt für die restlichen Kapitalerträge die Abgeltungssteuer automatisch an das Finanzamt ab”, sagt Nöll.

Wer jedoch die Freistellungsaufträge ungünstig auf mehrere Institute verteilt hat, sollte handeln. Das gilt auch für Anleger, die den Freistellungsauftrag zu niedrig gestellt haben. „Und für alle, die einfach vergessen haben, den Antrag rechtzeitig zu stellen”, ergänzt Nöll. Etwa weil sie ihr Konto oder Depot gewechselt haben.

Anleger sollten wissen: Auch im Ausland erzielte Kapitalerträge sind steuerpflichtig. Sie müssen, da sie nicht der Abgeltungsteuer unterlegen haben, also in der Anlage KAP angegeben werden.

(dpa)