1. Leben
  2. Geld

Berlin: Experten helfen bei Suche nach bestem Tarif

Berlin : Experten helfen bei Suche nach bestem Tarif

Oft wird die private Krankenversicherung als Sackgasse beschrieben. Wer einmal bei einem Versicherer gelandet ist, könne nur mit Verlusten zu einem günstigeren Wettbewerber wechseln. Mittlerweile sieht die Gesundheitsreform allerdings vor, dass künftig der Wechsel zu einer anderen Gesellschaft möglich ist, ohne dass die Rücklagen verloren gehen.

Und bereits heute besteht die Möglichkeit, beim eigenen Versicherer in einen anderen Tarif zu wechseln und so bei gleicher Leistung weniger zu zahlen.

Das Dilemma der Versicherten: Oft wird ein einmal angebotener Tarif für neue Kunden geschlossen, so dass diese nicht mehr in einen bestehenden Tarif einsteigen können. Für sie gibt es dann einen neuen Tarif, der ausschließlich für sie geöffnet wird. Die vorher abgeschlossenen Verträge „vergreisen” dann, weil in diese Gruppe keine jungen Versicherten mehr nachrücken, die das höhere Risiko der älteren Beitragszahler ausgleichen. Denn jüngere Menschen sind laut Statistik nun einmal seltener krank als ältere. Die Folge: Die Beiträge steigen.

Niemand muss jedoch in seinem „vergreisten” Tarif bleiben. Das Versicherungsvertragsgesetz verpflichtet den Versicherer, einen Wechsel in einen günstigeren, jüngeren Tarif zu ermöglichen. Es liegt auf der Hand, dass die Versicherer von sich aus kaum einen Wechsel anbieten, denn ältere Bestandskunden „gefährden” die günstige Kalkulation der Einsteigertarife, mit denen neue Kunden geworben werden.

Wer sich auf die Suche nach einem Alternativtarif in der eigenen Versicherung macht, wird schnell an der Undurchsichtigkeit der einzelnen Optionen scheitern. Deshalb ist es ratsam, einen Experten einzuschalten. Den findet man beispielsweise unter http://fss-online.de. Die Anbieter dieses Dienstes helfen dabei, auf einen neuen, billigeren Tarif umzusteigen.

Der Grund für den Preisnachlass: Der Versicherte bekommt künftig einen Vertrag mit einem höheren Selbstbehalt, das heißt: Sein Eigenanteil im Krankheitsfall ist größer. „Preisnachlass” hört sich gut an, hat jedoch vor allem für Angestellte einen gewaltigen Haken: Der Arbeitgeber gibt nämlich zur Prämie für die Krankenversicherung in der Regel 50 Prozent dazu, zu einer Selbstbeteiligung jedoch nicht.

Kostet ein Vertrag heute also 500 Euro monatlich ohne Selbstbeteiligung, sind das im Jahr 6000 Euro. Davon zahlt der Chef 3000 Euro Zuschuss. Für den Versicherten stehen ebenfalls 3000 Euro Kosten auf der Rechnung. Wird der Tarif auf eine Selbstbeteiligung von jährlich 2000 Euro umgestellt und kostet dann nur noch 350 Euro monatlich und damit 4200 Euro im Jahr, spart der Arbeitgeber 900 Euro: Sein Anteil sinkt auf 2100 Euro.

Bleibt der Versicherte gesund, spart er ebenfalls 900 Euro. Wird er jedoch krank, muss er 2000 Euro aus der eigenen Tasche zahlen und steht unter dem Strich schlechter da als vorher. Aus diesem Grund sollte der Wechsel in einen Tarif mit einer hohen Selbstbeteiligung von Angestellten gut überlegt werden.

Anders sieht es bei Selbstständigen aus, die keinen Arbeitgeberzuschuss zu den Beiträgen erhalten. Für sie rechnet sich ein Tarif mit hoher Selbstbeteiligung in aller Regel. Wer trotzdem als Angestellter auf eine Selbstbeteiligung umsattelt, sollte mit seinem Arbeitgeber einen Zuschuss zu möglichen Krankheitskosten vereinbaren.

Solche Notstandsbeihilfen sind bis zu 600 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei sein, wenn die Unterstützung dem Anlass nach gerechtfertigt ist. Im Einzelfall kann sogar mehr gezahlt werden. So bekommt man wenigstens einen Teil seiner Selbstbeteiligung vom Arbeitgeber wieder.