Frankfurt/Main/Dublin: Es muss nicht die Größte sein: Tipps für den Speicherkarten-Kauf

Frankfurt/Main/Dublin: Es muss nicht die Größte sein: Tipps für den Speicherkarten-Kauf

Wer im Elektromarkt einfach nur nach einer neuen Speicherkarte für die Digitalkamera sucht, kann sich ziemlich verloren vorkommen: Meterlang reihen sich die in Blister genannten Plastikhüllen verpackten Kärtchen in vier Etagen aneinander - und vom Verkäufer fehlt jede Spur.

„Äh, worauf kommt es jetzt eigentlich an? Kann ich irgendein Exemplar nehmen?” Das fragen sich nicht wenige Kunden.

Schon zu Hause sollte man geklärt haben, welche Art Speicherkarte benötigt wird. Notfalls hilft ein Blick in die Bedienungsanleitung oder auf eine ältere Karte. Weit verbreitet sind die sogenannten SD-Karten und ihre Abkömmlinge wie SDHC oder auch die in Handys oft zu findende microSDHC.

Es könnte aber auch ein Memory Stick Pro HG Duo HX, M2 oder ein anderes Speicherkartenformat sein, das benötigt wird. „Wer sich unsicher ist, nimmt einfach die Kamera mit in den Laden”, sagt Constanze Clauß vom Photoindustrie-Verband in Frankfurt.

Doch mit dem Karten-Typ ist es nicht getan. Bei SDHC-Karten zum Beispiel wird in drei Geschwindigkeitsklassen unterschieden: Class 2, Class 4 und Class 6. Diese Klassifizierungen garantieren jeweils eine Mindestdatentransferrate von zwei, vier beziehungsweise sechs Megabyte pro Sekunde. Eine schnellere Karte als eine mit Class 2 brauche nur, wer mit der Kamera Videos aufnimmt, so Gerry Edwards vom Hersteller Sandisk in Dublin. Es sei ein verbreiteter Irrglaube, dass moderne Kameras, besonders digitale Spiegelreflex-Modelle, eine schnellere Karte benötigen.

Gedanken sollte sich der Käufer über die Kapazität machen: Manche Kameras können nicht mit aktuellen SDHC-Karten ab 4 Gigabyte (GB) zusammenarbeiten, so „Computer Bild”. Die in Hamburg erscheinende Zeitschrift hat jüngst 87 Speicherkarten getestet (Ausgabe 15/2009). Soll es eine Karte ab vier GB sein, wirft man vor dem Kauf besser einen Blick in die Bedienungsanleitung der Kamera.

Wer das versäumt hat und nun mit einer scheinbar nutzlosen Karte dasteht, sollte es mit einem Update der Firmware versuchen: einer Auffrischung der Kamerasoftware, wie Clauß rät. Solche Updates finden sich auf den Webseiten der Hersteller. Allerdings gibt es sie in der Regel für Kameras, die schon mehrere Jahre alt sind, nicht mehr.

SDHC ist derzeit mit bis zu 32 GB Speicher erhältlich. Erst vor kurzem hat Sony ebenso große Memory Sticks präsentiert, und auch bei CompactFlash-Karten sind die 32 GB erreicht. Muss es soviel sein? „Wir raten generell, statt einer großen lieber zwei oder drei kleinere Karten zu kaufen”, sagt Clauß. „Speicherkarten können auch kaputt- oder verlorengehen.” Generell muss man mit Speicherkarten behutsam umgehen. Sie am Strand auszutauschen, ist keine gute Idee. Dort könnte Sand sowohl in die Karte als auch in die Kamera gelangen.

Die Preise für Speicherkarten sind rasant gefallen - 1 GB gibt es heute schon für rund 6 Euro. Über den Preis alleine lässt sich im Wettbewerb somit nicht mehr viel erreichen, deshalb werben die Hersteller auch mit den Garantiezeiten: Für viele Karten sind es 5, teilweise garantieren die Hersteller die Gebrauchsfähigkeit für 10 oder sogar 30 Jahre.

So lange werden wohl die wenigsten ihre Speicherkarten verwenden. Wahrscheinlicher ist es, dass sie in zwei oder drei Jahren wieder neue mit noch mehr Speicher kaufen: SDXC etwa steht für Extended Capacity und ist sozusagen die nächste Generation von SD-Karten. Der Standard sieht Speicherkarten mit Kapazitäten zwischen 32 GB und 2 Terabyte sowie Transferraten von bis zu 300 MB pro Sekunde vor. Es ist davon auszugehen, dass auch die anderen Formate schneller werden und immer mehr Kapazität bieten.

Speicherkarten nicht erst am Urlaubsort kaufen

Wer für die nächste Urlaubsreise noch eine neue Speicherkarte benötigt, sollte sie nicht erst am Ferienort kaufen. „Dort sind die Karten oft teurer”, sagt Constanze Clauß vom Photoindustrie-Verband in Frankfurt/Main. Hinzu kommt unter Umständen Beratungsbedarf, der sich daheim im Elektrohandel meist besser befriedigen lässt als im Ausland.

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