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Frankfurt/Main: Einfach mal ein Hotel kaufen: Anleger auf der Suche nach Renditen

Frankfurt/Main : Einfach mal ein Hotel kaufen: Anleger auf der Suche nach Renditen

Niedrigzinsen machen Anlegern das Leben schwer. Auf der Suche nach Renditen stecken Profi-Investoren wie Versicherer und Pensionsfonds, aber auch reiche Privatleute Geld in Hotels. Das Dienstleistungs- und Beratungsunternehmen Jones Lang LaSalle (JLL) berichtet von steigender Nachfrage nach Hotelinvestments.

Dabei spielt allerdings nicht immer nur die Rendite eine Rolle. „Es gibt Wohlhabende, die einfach einmal ein Hotel haben wollen”, sagt Ursula Kriegl, Leiterin der Hotelsparte von Jones Lang LaSalle in Deutschland. „Oder sie haben eine besondere Bindung an den Ort, beispielsweise weil sie sich dort verlobt haben.” Das Gros der Investoren auf dem deutschen Hotelmarkt waren im vergangenen Jahr institutionelle Anleger und vermögende Privatleute. Das Transaktionsvolumen belief sich JLL zufolge auf insgesamt rund 1,6 Milliarden Euro - der beste Wert seit 2007.

„Solange die Zinsen niedrig bleiben, wird die Nachfrage anhalten”, sagt der Leiter An-und Verkauf Spezialimmobilien bei der Deka-Gruppe, Malte-Maria Münchow. „Bei Hotels lockt eine Anfangsrendite von zum Teil über sechs Prozent, das ist mehr als bei Büro- oder Einzelhandelsimmobilien”. Allerdings müsse sich der Investor auch intensiver mit dem „Nischenprodukt” beschäftigen. Trägt sich das Konzept an dem Standort? Welche anderen Nutzer kommen infrage, wenn der Pächter die vereinbarte Pacht nicht mehr tragen kann oder der Vertrag ausläuft?

„Wenn ein Mieter von vielen in einer Büroimmobilie kündigt, ist das in der Regel kein Problem, wenn aber der Hotelpächter als einziger Mieter einer Immobilie geht, ist die Suche nach einem Nachmieter schon eine Herausforderung.” Die Deka-Gruppe bietet institutionellen Anlegern wie Versicherungen oder Pensionskassen seit einigen Jahren einen reinen Hotel-Fonds an. Die Nachfrage ist Münchow zufolge zuletzt kräftig gestiegen. „Haupttreiber ist derzeit die Suche nach alternativen Investments.”

Seit gut einem Jahr ist auch die Fondsgesellschaft Union Investment mit einem Hotel-Fonds für Profi-Anleger auf dem Markt und konzentriert sich dabei auf Budget- und Economy-Herbergen. „Das Segment hat sich in Krisenzeiten als sehr stabil erwiesen”, sagt Sprecher Fabian Hellbusch. Er habe den Eindruck, dass das Interesse von Investoren am Hotelbereich insgesamt zuletzt gestiegen sei. „Aufgrund der großen Nachfrage nach Immobilien und des vergleichsweise geringen Angebots an interessanten Objekten, interessieren sich mehr Investoren für Nischenbereiche.”

Aber: „Wer privat investiert, muss extrem vorsichtig sein”, sagt Markus Flack, Immobilienexperte beim Frankfurter Vermögensverwalter FOCAM, der sich auf die Verwaltung von Familienvermögen spezialisiert hat. Auf den ersten Blick locke eine Rendite von 5 bis 8 Prozent, ein Mietshaus in guter Lage komme lediglich auf 3 bis 4 Prozent. „Doch die Tücken stecken im Detail des Pachtvertrages.” Ein guter Betreiber, zum Beispiel eine bekannte Hotelkette, habe eine entsprechend starke Verhandlungsmacht. „Was mache ich mit dem Hotel, wenn der Betreiber nach 10 Jahren nicht die Pacht verlängert, oder eine komplette Renovierung fordert.”

Mit Sorge beobachtet Flack den Boom von Budgethotels. „Die Frage ist, wie viele Häuser in dieser Kategorie brauchen wir langfristig.” Luxusherbergen in der Kategorie von fünf Sternen und mehr sind ohnehin nur etwas für Superreiche. „Pro Hotelzimmer muss man mit Investitionen von 250.000 Euro und mehr rechnen”, sagt Flack.

Auch wenn im vergangenen Jahr gemessen an der Zahl der Transaktionen die meisten Käufer (58 Prozent) aus dem Inland stammten, das Interesse ausländischer Investoren wachse, so Kriegl. „Es interessieren sich beispielsweise Investoren aus dem Mittleren Osten oder aus China für heimische Hotels.”

(dpa)