Die Tricks des Geldeintreibens

Inkasso: Die Tricks des Geldeintreibens

Wenn ein Unternehmen nach einer gewissen Zeit kein Geld für ihre Leistungen bekommt, dann wird meist ein Schuldeneintreiber damit beauftragt. In der Regel springen Inkassounternehmen an diese Stelle ein und kümmern sich für das Unternehmen um die entsprechenden Fälle.

Doch längst nicht jedes Inkassounternehmen ist seriös und ehrlich und so häufen sich die Beschwerden von Verbrauchern seit Jahren. Die Verbraucherzentrale hat bekannt gegeben, dass von 4000 eingegangenen Beschwerden, 99 Prozent berechtigt waren. Nicht selten steckt eine kriminelle Masche dahinter, die mit fiesen Tricks und Maschen versucht an unser Geld zu kommen.

Es geht auch seriös

Beim Wort Inkasso stellen sich bei vielen die Nackenhaare auf. Das pure Grausen. Trotz vieler schwarzer Schafe sind Inkassounternehmen in der Regel seriös und treiben Schulden für Unternehmen auf. Ein Brief mit entsprechender Mahnung und Gebühr sind Standard. Aus dem Forderungsbetrag wird nur selten das doppelte. Und schon recht nicht beim ersten Brief. Es gibt schließlich gesetzliche Regelungen, an die sich auch die Schuldeneintreiber halten müssen.

Im Übrigen muss sich jedes Inkassounternehmen bei einem Gericht anmelden und muss von diesem eine Erlaubnis für die Schuldeneintreibung erhalten. Unternehmen können aber auch durch den Forderungsverkauf ihre Forderungen loswerden und so ihre Liquidität wahren. Die ausstehende Rechnung wird also quasi an jemand anderen abgetreten, oft inklusive des Risikos.

Maschen erkennen

Wenn Forderungen von mehreren hundert Euro oder gar tausenden von Euro entstehen, dann steckt meist ein unseriöses Inkassounternehmen dahinter. Auf die Forderungen sollte man dann am besten nicht eingehen und sich rechtlichen Rat einholen. Oft ist es sogar so, dass die Inkassounternehmen nicht im eigenen Land agieren, sondern irgendwo im Ausland sitzen und nicht überprüft werden können.

Ein wichtiger Schritt ist also das Überprüfen des Standorts und der gerichtlichen Genehmigung. Im Internet sollten die Inkassounternehmen auffindbar sein und das Impressum die gesuchten Informationen preisgeben.

Wer Opfer einer solch dreisten Forderung geworden ist, sollte sich an die Bundesverbraucherzentrale wenden und dort nach Hilfe suchen. Beratung kann man an unterschiedlichen Standorten erhalten oder auch telefonisch. Ein weiterer Schritt kann der Gang zur Polizei sein. Eine Anzeige ist ein wichtiger Schritt bevor weitere Rechtsmittel eingesetzt werden können. Wer einen Anwalt hat, der sollte die Forderung von diesem überprüfen lassen.

Grundsätzlich gilt zudem: Forderungen für Leistungen, die Sie nicht in Anspruch genommen haben, müssen auch nicht beglichen werden. Bewahren Sie die Briefe auf, aber gehen Sie nicht auf die genannten Forderungen ein.

Einschüchterung und Erpressung

Viele Unternehmen schrecken nicht davor zurück zu Drohen und zu Erpressen. Das ist nach geltendem Recht ein Strafbestand. Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass in den Schreiben eine bedrohliche Kulisse aufbaut wird, vor der viele letztlich einknicken.

Besonders ältere Menschen werden häufig Opfer solcher Drohungen. Es gilt: Wer in einem Inkassoschreiben bedroht wird oder gar erpresst, sollte mit dem Brief direkt zur Polizei gehen. In der Regel müssen die Unternehmen drohen, denn die Forderungen sind meist nichtig und würden auf normale Weise niemals beglichen werden. Stehen Inkassounternehmen vor der Tür, sollte man sich auch davon nicht einschüchtern lassen. Werden die Schuldeneintreiber gar aggressiv oder wollen nicht gehen, sollte man Hilfe beiholen und die Polizei rufen. Unterschreiben sollte man auch nichts.

Neben älteren Menschen werden oft Menschen zu Opfern, die einmal in der Schuldenfalle saßen. Auch mit eidesstattlicher Versicherung lassen unseriöse Inkassounternehmen nicht ab und terrorisieren die Opfer. Ruhe bewahren und sich nicht aus dem Konzept bringen zu lassen ist ein wichtiger Schritt, um gegen diese Form der Terrorisierung vorzugehen. Die Tricks sind zahlreich und sehr fies und werden wohl auch in Zukunft nicht weniger werden.

(vo)
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