Elmshorn: Die größten Versicherungsirrtümer

Elmshorn: Die größten Versicherungsirrtümer

Rund um das Thema Versicherungen ranken sich viele Irrtümer und Märchen - und nicht wenige können sich zu teuren Fehlern entwickeln.

Das beste Beispiel ist der Irrglaube, dass eine Haftpflichtversicherung alle Schäden trägt. Eine Haftpflichtversicherung steht nur dann für Schäden ein, wenn der Versicherte selbst für diesen Schaden eintreten müsste. Das ist aber oft gar nicht der Fall.

Wer zum Beispiel anderen beim Umzug hilft, muss für Schäden, die er anrichtet, nicht haften, weil er für die Gefälligkeit nicht noch zur Rechenschaft gezogen werden soll. Dann aber springt auch die Haftpflichtversicherung mangels Haftung nicht ein. Neuere Policen sehen eine solche Haftungsübernahme auch bei Gefälligkeiten vor - Verbraucher sollten sich unbedingt vor Vertragsschluss informieren und gegebenenfalls den Anbieter wechseln.

Pflegeversicherung richtet sich nicht nach realen Kosten

Die Pflegeversicherung übernimmt entgegen einer weitverbreiteten Annahme nicht die tatsächlichen Kosten, sondern nur Pauschbeträge - die Differenz trägt jeder selbst. Diese finanzielle Belastung lässt sich nur mit einer privaten Pflegezusatzversicherung verhindern, die im Ernstfall die finanzielle Lücke deckt. Vorsicht ist auch bei der Krankenversicherung geboten. Grundsätzlich übernimmt die Kasse zwar die Krankheitskosten während des Urlaubs innerhalb der EU, weil es mit vielen Ländern Sozialversicherungsabkommen gibt, die eine Kostenübernahme auch bei Behandlungen im Ausland vorsehen.

In der Praxis aber ist das deutlich schwieriger. Meist werden die Kosten für Behandlungen im Ausland nicht voll übernommen, ein Rücktransport im Krankheitsfall wird nie gezahlt. Sinnvoll ist es deshalb immer, eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen, die garantiert für alle Behandlungskosten aufkommt und auch einen Rücktransport zahlt.

Eltern haften - nicht immer - für ihre Kinder

Die Haftung von Eltern für ihre Kinder ist ebenfalls eingeschränkter als viele glauben. Denn Kinder haften für sich selbst - allerdings nur, wenn sie älter als sieben Jahre sind. Im Straßenverkehr ist diese Haftung sogar noch enger gefasst und gilt erst ab dem zehnten Lebensjahr. Sind die Kinder älter, müssen sie für einen Schaden einstehen, den sie verursacht haben - in aller Regel wird die Durchsetzung der Ansprüche aber mangels Masse scheitern.

Die Eltern haften ausnahmsweise nur dann, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben - und dann springt auch die Haftpflichtversicherung ein. Übrigens: Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von Haftpflichtversicherungen, die Schäden sogenannter deliktunfähiger Kinder mitversichern.

Wer mit einer Kapitallebensversicherung die Familie absichern will, muss viel Geld dafür einplanen. Denn für 200.000 Euro Versicherungssumme werden schnell bis zu 450 Euro Prämie für eine Kapitallebensversicherung fällig - monatlich. Eine reine Risikolebensversicherung dagegen gibt es für rund 240 Euro im Jahr. Der Grund: Bei einer Kapitallebensversicherung muss auch der Sparplan bedient werden. Besser ist es, Risikoschutz und Sparen zu trennen - das gilt umso mehr, als Kapitallebensversicherungen als teure und renditeschwache Produkte gelten.