Dem Ruhestand gelassen entgegensehen: Aktien als Zusatz zur Rente?

Berlin: Dem Ruhestand gelassen entgegensehen: Aktien als Zusatz zur Rente?

Eine erst vor kurzem durchgeführte Erhebung über die Vermögensverteilung in der Bundesrepublik Deutschland hat ganz klar gezeigt, dass die Deutschen gerade einmal 5 Prozent ihres Vermögens in Aktien investiert haben.

Berücksichtigt man hier den Umstand, dass in den letzten drei Jahrzehnten eine Jahresrendite von durchschnittlich 8 Prozent erzielt werden konnte, ist diese Zurückhaltung kaum zu verstehen. Die Angst, die die Deutschen vor einem Börsencrash haben, scheint so groß wie noch nie.

Deutsche sollten sich nicht auf die gesetzliche Rentenversicherung verlassen

In der Regel bezieht der Deutsche 20 Jahre lang eine Rente. Für genau diese 20 Jahre sollte er daher sicherstellen, dass er noch genügend Kapital zur Verfügung hat, sodass der Lebensstandard, der im Zuge der Berufslaufbahn aufgebaut wurde, erhalten bleiben kann.

Aufgrund der Tatsache, dass die gesetzliche Rentenversicherung wohl nicht das Ausmaß annehmen wird, um den Lebensstandard zu halten, ist es also ratsam, wenn ein monatlicher Betrag zur Seite gelegt und investiert wird. Soll das private Rentenvorsorgegeld auf ein Sparbuch gelegt oder auf dem Fest- oder Tagesgeldkonto verwahrt werden?

Vergleicht man die Zinsen der „sicheren“ Finanzprodukte mit der Jahresrendite, die etwa im Zuge eines Aktieninvestments erzielt werden kann, so ist es wohl ratsam, Sparbuch, Fest- oder Tagesgeldkonto gänzlich zu ignorieren. Doch wie viel Geld sollte man in Aktien oder Indexfonds investieren?

Was sollte berücksichtigt werden?

Marko Mahlers von Admiral Markets Deutschland hierzu: „Zu berücksichtigen sind die Rentendauer, der Zinssatz der Kapitalanlage, die monatliche Kapitalentnahme und auch das Kapital, das im Zuge des Rentenbeginns dann zur Verfügung stehen soll.“ Diese Werte müssen allesamt, um die richtige Strategie herausfinden zu können, berücksichtigt und miteinander kombiniert werden. Je höher das Kapital zu Beginn der Rente ist, desto höher ist mitunter dann der monatliche Entnahmebetrag. Je höher der Zinssatz der gewählten Kapitalanlage, desto länger wird am Ende das Geld reichen.

Fakt ist: Wer rechtzeitig Geld zur Seite legt und in Aktien oder Indexfonds investiert, wird am Ende genügend Geld zur Verfügung haben und sich auf einen - zumindest finanziell - ruhigen Lebensabend freuen dürfen. Genau deshalb sollte man sich schon recht früh mit dem Thema befassen. Wer erst mit 30 Jahren an die Rentenvorsorge denkt, hat mitunter schon 10 Jahre an Zeit verloren. Problematisch wird es dann, wenn man erst mit 40 oder 50 Jahren an die Rente denkt - die Zeitspanne kann kaum noch aufgeholt werden.

Sind Aktieninvestments wirklich gefährlich?

Doch wie „gefährlich“ ist ein Aktieninvestment? Das Risiko ist in der Regel überschaubar, wenn man sich an ein paar Grundsätze hält: Wichtig ist vor allem die Diversifikation - also die Risikostreuung. Man sollte niemals sein ganzes Geld in ein einziges Unternehmen investieren; des Weiteren sollte man in verschiedene Branchen investieren und darauf achten, dass nicht nur Aktien von deutschen Unternehmen gekauft werden.

Empfehlenswert sind auch internationale (so etwa Unternehmen aus der Schweiz oder aus den USA) Aktiengesellschaften. Wer sein Geld für die Rentenvorsorge in Aktien steckt, sollte zudem einen langen Anlagehorizont verfolgen. So können Kurseinbrüche, die jederzeit möglich sind, wieder ausgeglichen werden.

Zudem reduziert die richtige Streuung das Risiko, am Ende einen Verlust einfahren zu müssen. Wer sich mit den Entwicklungen an der Börse befasst hat und die letzten 30 Jahre zur Hand nimmt, wird wissen, dass die Wahrscheinlichkeit, am Ende mit einem Verlust aussteigen zu müssen, kaum gegeben ist.

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