Biallos Ratgeber: Das passende Konto fürs Geschäft

Biallos Ratgeber : Das passende Konto fürs Geschäft

Der Markt für innovative Banking-Lösungen für Gründer und Selbstständige wächst stark. Die Banken bieten zahlreiche Dienstleistungen speziell für junge Unternehmen und Freiberufler an. Ein kleiner Überblick.

Eine Zielgruppe, die Banken einst als wenig lukrativ angesehen haben. Das ändert sich jetzt. Das Verbraucherportal biallo.de hat über 44 Geschäftskonten von rund 20 Banken verglichen und analysiert.

Keine Fixkosten: Viele junge Banken mischen den Wettbewerb um die Geschäftskunden auf. Inzwischen bieten sieben Banken ein kostenloses Kontomodell für Gründer und Selbstständige. Diese einfachen Kontomodelle ohne monatliche Fixkosten beinhalten nur die grundlegenden Girokonto-Dienstleistungen. Zusätzliche Leistungen kosten extra, so zum Beispiel Bargeldbezug oder Überweisungen.

Wie das funktioniert, erklärt Jens Wohlfahrt, Projektleiter bei Fyrst, einem Geschäftsbereich der Postbank: „Das komplette Banking ist auf Self-Service ausgerichtet. Die Prozesse sind hocheffizient. Zudem bieten wir keine aufwändige Beratung an. Daher haben wir eine andere Kostenstruktur. Die geringeren Kosten geben wir an unsere Kunden weiter.”

Gesamtkosten beachten: Es ist also möglich, ein kostenloses Bankkonto zu nutzen – solange die in Anspruch genommenen Bankdienstleistungen gering bleiben. Ansonsten finden sich auch Gründer schnell bei denselben Kontogebühren wie bei etablierten Unternehmen wieder. Geschäftskonten ohne monatliche Grundgebühr bieten Grenke Bank (Business Konto), Penta (Basic Konto), Fyrst (Base Konto), Revolut (Free Konto), N26 (Business Konto), Fidor Bank (Business Konto) und Holvi (Builder). Einige Geschäftsbanken haben ein kostenloses Konto ab einem gewissen Geldeingang oder Kontostand im Angebot.

Zusatzleistungen: Gründern und Selbstständigen sind die Buchhaltung und das Rechnungswesen oftmals ein Dorn im Auge. Institute wie Holvi oder Kontist bieten daher Möglichkeiten zur Vereinfachung der Buchhaltung. Viele Prozesse sollen automatisiert werden. Das gelingt beispielsweise über eine Schnittstelle. Zahlungen und Buchungsposten können so direkt in ein Buchhaltungsprogramm überführt werden. Kontist bietet zudem eine „Echtzeit-Steuerschätzung“. Denn Unternehmer müssen die Steuerschuld – zumindest im ersten Jahr – eigenständig ansparen und am Ende des Jahres begleichen. Das hat den einen oder anderen Gründer schon in die Schulden geführt.

Knackpunkt Bargeld: Ein wichtiger Faktor ist die Bargeldversorgung. Gegründet werden ja nicht nur Software-Schmieden, sondern auch Handelsgeschäfte. Da punkten Fyrst und Grenke Bank. Die Fyrst-Kunden haben dafür das Netz von Postbank und Deutsche Bank. „Mit der Grenke Cash App können sie bequem über ihr Smartphone Bargeld ein- und auszahlen. Und das bei mehr als 13.000 Partnern bundesweit“, sagt Sven Noppes, Vorstandsmitglied der Grenke Bank. Solche
Partner sind Einzelhändler wie Penny, Rewe oder der Drogeriemarkt DM.

Während der Bargeldbezug gegen Gebühr oftmals möglich ist, bieten einige wie die Fintechs Revolut oder Penta gar keine Möglichkeit der Bargeldeinzahlung an. Und wer Wert auf telefonischen Kontakt legt, der ist bei Fyrst oder Grenke besser aufgehoben. Oder eben bei seiner Volks- und Raiffeisenbank beziehungsweise Sparkasse.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers.

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