Das Geld der Prokon-Anleger ist nicht verloren

Das Geld der Prokon-Anleger ist nicht verloren

Das Insolvenzverfahren gegen den Windanlagenbetreiber Prokon ist seit dem 1. Mai im Gange. Anleger können auf mehr als 50 Prozent hoffen. Was es zu beachten gilt:

Für die etwa 75.000 Anleger der pleite gegangenen Prokon Regenerative Energien GmbH startet die entscheidende Phase des Insolvenzverfahrens. Aus Anlegersicht ging der Prozess auch schon gut los: Das Amtsgericht Itzehoe stützt mit seinem Beschluss unsere Auffassung, dass die Genussrechtsbedingungen von Prokon gegen das Transparenzgebot verstoßen und damit unwirksam sind, sagt Rechtsanwalt Marc Gericke von der Kanzlei Göddecke in Siegburg.

Anleger können also möglicherweise mit einem blauen Auge davon kommen, da die Nachrangigkeit der Genussrechtsforderungen obsolet sei. Alle Forderungen in Höhe von insgesamt 1,5 Milliarden Euro könnten zwar nicht vollständig beglichen werden, denn dem stünde lediglich ein Vermögenswert von einer Milliarde Euro gegenüber. Anleger könnten dennoch mit einer Rückzahlquote von mehr als 50 Prozent rechnen, so der Rechtsanwalt.

Worauf Prokon-Anleger achten sollten

Für Betroffene gilt es, verschiedene Termine zu beachten. Der erste ist der 22. Juli 2014. An jenem Tag findet eine Gläubigerversammlung statt, auf der über den derzeitigen Stand der Lage informiert wird. Daneben werden über weichenstellende Entscheidungen im Insolvenzverfahren abgestimmt. Außerdem wählen Prokon-Anleger ihren Vertreter im Gläubigerausschuss.

Dieser Ausschuss kontrolliert den Insolvenzverwalter, weswegen es wichtig ist, dass ein erfahrener Vertreter, etwa ein Fachanwalt, bestimmt wird. Dabei stehen Anlegern zwei Wege offen: Entweder nehmen sie selbst an der Gläubigerversammlung teil oder sie entsenden einen Interessenvertreter.

Neben diesem Termin ist auch der 15. September 2014 von Bedeutung. Bis dahin müssen betroffene Anleger ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter anmelden, um im Verfahren Berücksichtigung zu finden. Das gilt auch für die noch nicht fälligen Ansprüche, informiert Ralph Stoll, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht. Im Fall von Prokon betreffe dies auch Genussrechte, welche erst in den kommenden Jahren zur Rückzahlung anstehen beziehungsweise nicht gekündigt wurden.

Mehr von Aachener Zeitung