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Berlin: Das „Betongeld” und seine Tücken: Richtig in Immobilien investieren

Berlin : Das „Betongeld” und seine Tücken: Richtig in Immobilien investieren

Gerade in wirtschaftlich komplizierten Zeiten sind Immobilien für viele Sparer als Investment interessant. Wer in Häuser oder Wohnungen investiert, muss keine Angst davor haben, dass die Inflation an seinem Vermögen nagt. Doch Investments ins sogenannte Beton-Geld haben auch ihre Tücken.

So wirft etwa eine leerstehende Immobilie auch keine Erträge ab. Bei der Suche nach dem passenden Anlageobjekt müssen Sparer daher stets die Vermietbarkeit im Fokus haben. Als oberstes Gebot gilt dabei grundsätzlich: Auf die Lage kommt es an.

Ein entscheidender Aspekt dabei ist die Verkehrsanbindung. „Immer wichtiger wird deshalb auch eine funktionierende Nahverkehrsanbindung”, sagt Christian Schröder von der LBS West. Außerdem müsse die Infrastruktur rund um die Immobilie stimmen. „Sich nicht von Prospekten oder Online-Werbung blenden lassen: Am besten selbst ein Bild vor Ort über die Mieterstruktur verschaffen”, rät Schröder weiter.

Mithilfe des Mietspiegels können sich Anleger zudem einen ersten Überblick über die erzielbaren Mieten verschaffen. Auch wenn das Anlageobjekt sorgfältig ausgewählt wurde, kann es vorkommen, dass die Immobilien für eine gewisse Zeit leer steht. Genauso gut kann es sein, dass das Objekt zwar vermietet ist, der Mieter aber nicht zahlt. Für solche Fälle sollten Anleger gewappnet sein.

Es ist daher wichtig, dass Sparer die Finanzierung so planen, dass bei kurzfristig ausbleibenden Mieten nicht gleich alles zusammenbricht und der Anleger in finanzielle Schwierigkeiten gerät. Zudem besteht die Möglichkeit, eine Mietausfallversicherung abzuschließen.

Im Gegensatz zur selbst genutzten Immobilie können Kapitalanleger, die ihre Immobilie vermieten, Steuervorteile in Anspruch nehmen. So können die Anschaffungskosten linear über einen Zeitraum von 50 Jahren mit jährlich zwei Prozent abgeschrieben werden. Bei vor 1925 errichteten Gebäuden verringert sich der Abschreibungszeitraum auf 40 Jahre, so dass jährlich 2,5 Prozent des Kaufpreises abgeschrieben werden können.

Da nur der Preis des Gebäudes abschreibbar ist, muss bei den Anschaffungskosten einer Immobilie immer der Grundstückswert herausgerechnet werden. Außerdem können Anleger die mit der Finanzierung der vermieteten Immobilie in Verbindung stehende Schuldzinsen - aber nicht die Tilgungsanteile - als Werbungskosten steuerlich geltend machen.

Die Zinsen sind aktuell ausgesprochen niedrig. Doch was für viele andere Anleger eher ein Ärgernis darstellt, erweist sich bei Immobilieninvestments als vorteilhaft. Denn dank der momentan billigen Hypotheken lässt sich eine Immobilie günstig finanzieren.

Deshalb sollten sich Immobilienkäufer die günstigen Zinsen langfristig sichern, indem sie große Teile der Finanzierungssumme über lange Zinsbindungen festschreiben. Das bringt auch mehr Planungssicherheit.

Im Rahmen von Immobilieninvestments werden Anlegern häufig sogenannte Komplettpakete offeriert. Dabei werden Immobilie, Finanzierung, ein zusätzliches Tilgungsprodukt und Versicherungen zusammen von einem Anbieter verkauft.

Allerdings ist bei solchen Angeboten Vorsicht geboten. „Gerade Kombinationen sind häufig undurchsichtig, schlecht kalkulierbar und meist wesentlich teurer als Einzelbausteine”, sagt der Interhyp-Vorstandsvorsitzende Michael Goris.