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Das Aktiendepot stabil durch Krisen bringen

Chance nur Neuausrichtung : Das Aktiendepot stabil durch Krisen bringen

Manche Anleger verkaufen in Panik ihre sämtlichen Aktien- und Depotbestände, wenn in Krisenzeiten die Kurse fallen. Das ist nicht unbedingt die beste Lösung, auch wenn es angsteinflößend ist, wenn man seinen Kapitalbestand jeden Tag ein wenig mehr zusammenschmelzen sieht.

Doch es gibt Strategien, wie sich auch ohne Auflösen des kompletten Depots das angelegte Kapital gut durch eine Krise manövrieren lässt.

Krisen bieten Chancen zur Neuausrichtung

Wenn Unternehmen in finanzielle Schieflage geraten, gibt das meist den Anlass, die Prozesse auf den Prüfstand zu stellen und seine Unternehmensstrategien zu überdenken. Genau wie Unternehmen durch Neuausrichtung und/oder Umstrukturierungen versuchen, möglichst unbeschadet durch eine Krise zu kommen, können das auch Anleger/innen bei ihrem Depot tun.

Beim ersten Anzeichen von fallenden Kursen empfiehlt es sich, die einzelnen Bestände im Depot genau anzuschauen. Bei vielen Einzelaktien ist es ratsam, die Lage der einzelnen Unternehmen einzuschätzen, indem man möglichst viele Informationen darüber zusammenträgt. Sieht man hier schon, dass ein Unternehmen künftig Probleme haben wird, sich über Wasser zu halten, sollte man sich frühzeitig von den Wertpapieren trennen.
Dagegen behält man die Aktien der Unternehmen, denen man zutraut, dass sie möglichst unbeschadet durch die Krise kommen, im Depot.

Im nächsten Schritt lohnt sich ein Blick auf Unternehmen, dessen Aktien man nicht im Depot hat, die aber Potenzial haben, während einer Krise zu wachsen. Diese Wertpapiere kann man sich dann ins Portfolio holen und während der Krise von der positiven Entwicklung profitieren, was Stabilität ins Portfolio bringen kann.

Möglicherweise geht mit diesem Prozess eine komplette Neuausrichtung des Depots einher, was letztendlich jedoch nur die Dynamik wiederspiegelt, die die Krise verursacht.

Und nicht nur, wenn sich eine Krise anbahnt oder schon im Gange ist, schadet es nicht, den Portfoliobestand regelmäßig einem Performance-Check zu unterziehen.
Auch vor politischen Großereignissen wie der Wahl zum US-Präsidenten und in der Zeit nach der Amtseinführung sollte man einen Blick auf die Aktienkurse und sein Depot haben. Die Vergangenheit hat nämlich gezeigt, dass ein US-Präsident die Börse beeinflussen kann. So stieg der Dow Jones am Tag nach Joe Bidens Amtseinführung um 0.83 Prozent, was der größten positiven Entwicklung des Index seit 60 Jahren entsprach.

Hebelzertifikate - für erfahrene Anleger/innen interessant

Längst sind Hebelprodukte nicht mehr ausschließlich bei Spekulanten beliebt. Laut einer Umfrage sichern mittlerweile zwei von drei deutschen Anlegern ihre Depots mit Zertifikaten ab.

Bei einem Hebelzertifikat handelt es sich um ein Derivat. Man kauft dabei also keine Wertpapiere, sondern schließt einen Vertrag ab, in dem man festlegt, ob man auf einen steigenden oder fallenden Kurs z.B. beim DAX setzen möchte.
Wenn man ein Hebelzertifikat zur Absicherung seines Depots einsetzen möchte, wählt man also eines, das auf sinkende Kurse setzt.

Der Faktor des Hebels ist unterschiedlich und kann von den Anlegern/innen frei gewählt werden. Dieser Wert gibt an, wie stark der Kurs gehebelt wird.

Doch Vorsicht: Dieser Hebel kann bei steigenden Kursen auch zum genau umgekehrten Effekt führen, und dann große Verluste verursachen.

Hebelzertifikate sind damit Spekulationsobjekte und sollten nur von erfahrenen Anlegern/innen genutzt werden, die sich über die Funktionsweise und Auswirkungen völlig im Klaren sind.

Das Wichtigste: Aussitzen

Jede Krise hat irgendwann ein Ende. Langfristig entwickeln sich die Börsenkurse nach oben.
Meist reicht das Anpassen des Portfolios aus, sodass man nur sogenannte Qualitäts-Aktien von Unternehmen hält, die schon in der Vergangenheit Krisen gemeistert haben.
Das Investieren in Fonds reduziert das Risiko eines Totalverlusts noch weiter.

Wer nicht in Panik verfällt und sein Depot auflöst, erhält während der Krise auch die Chance, günstiger in Aktien oder Fonds zu investieren, und profitiert dann umso mehr, wenn es zu einem späteren Zeitpunkt wieder nach oben geht.