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Clever haushalten mit kleinem Budget

Dauerzahlungen reduzieren, bewusst konsumieren : Clever haushalten mit kleinem Budget

Wenn das Geld zu Ende ist, bevor das nächste Gehalt oder das nächste Kurzarbeitergeld kommt ist in Haushalten für gewöhnlich Schmalhans Küchenmeister. Ausgerechnet am Essen zu sparen, tut besonders weh, wenn die Feiertage vor der Tür stehen oder ein Geburtstag seine Schatten voraus wirft.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, mehr aus dem zur Verfügung stehenden Budget herauszuholen als bisher.

Langfristig und kurzfristig sparen

Zu unterscheiden ist in lang- und kurzfristige Einsparmöglichkeiten. Bei akutem Bedarf greifen kurzfristige Maßnahmen sofort. Beispielsweise Gutscheine, Rabattcodes und Sonderangebote sind in diesen Fällen eine Möglichkeit, die sich zählbar auf das Budget auswirkt. Kurzfristige Sparmaßnahmen sind häufig aber mit direktem Verzicht verbunden. Beispiel: Das Geld reicht nicht, um neben den Grundnahrungsmitteln zusätzlich Genussmittel einzukaufen, man muss darauf verzichten. Oder es ist nicht genug Geld da, um das Auto für die Fahrt zur Familie im 200 km entfernten Ort vollzutanken. Der Besuch muss verschoben werden. Diese Art von Verzicht wird als unangenehme Einschränkung wahrgenommen. Wem so etwas häufiger passiert, der hat vermutlich noch nicht über langfristig wirkende Sparmaßnahmen nachgedacht.

Je knapper das Budget ist, desto wichtiger ist es, langfristige Sparmaßnahmen zu ergreifen. Die Hauptgründe liegen auf der Hand:

  • Verbraucher ordnen ihre Finanzen und spüren mögliches Sparpotenzial auf.
  • Sie gehen bewusster mit Geld um und geben dadurch im Schnitt weniger aus.
  • Sie planen größere Anschaffungen gezielt und kaufen weniger aus einer Laune heraus.
  • Wird langfristig Geld eingespart, steht kurzfristig mehr Geld zur Verfügung. Damit verbessert sich der Rahmen des verfügbaren Haushaltsgelds.
Sonderangebote wechseln häufig. Um den Überblick zu behalten, können Newsletter regelmäßig informieren. Foto: Pixabay/StockSnap

Kurzfristige Sparmaßnahmen: Das hilft bei knapper Kasse sofort

Ein Großteil des Budgets wird in vielen Haushalten für Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs wie Hygieneartikel und Genussmittel ausgegeben. Wo im Verhältnis gesehen viel Geld ausgegeben wird, liegt entsprechend hohes Sparpotenzial.

Einkaufszettel schreiben

Grundsätzlich empfiehlt es sich, einen Einkaufszettel zu schreiben und sich beim Einkaufen daran zu halten. Das beugt Spontankäufen vor, die in den allermeisten Fällen überflüssig sind. Es gibt kostenlose Apps oder eine schlichte handgeschriebene Liste helfen weiter.

Sonderangebote ausnutzen

Supermärkte haben wechselnde Aktionen, über die sich sparwillige Verbraucher auf dem Laufenden halten können. Per Newsletter-Eintrag liegen die digitalen Prospekte von Discountern, Discounterfilialen im Süden oder auch Supermärkten rechtzeitig vor, so dass sich der Einkauf überlegt und kostenschonend planen lässt.

Saisonal und regional einkaufen

Viel Sparpotenzial liegt im Einkauf von Obst und Gemüse. Wer auf exotische Früchte verzichtet und Gemüse und Obst nur zur natürlichen Reifezeit und aus regionalen Anbaugebieten einkauft, entlastet die Haushaltskasse erheblich. Dieser Kalender zu saisonalen Reifezeiten dienen zur Orientierung.

Budget festlegen und einhalten

Wenn kein fester Rahmen gesteckt wird, ufern die Haushaltsausgaben leicht aus. Deshalb ist es so wichtig, das Budget für Lebensmittel, Kleidung oder Freizeitausgaben mit Bedacht festzulegen. Um die Einhaltung des Budgets zu überwachen bietet es sich an, die Einkaufszettel zu sammeln und zusammenzurechnen. Wer Kartenzahlung oder Zahlung per Smartphone bevorzugt, kann die Ausgaben entweder direkt im Zahlungskonto kategorisieren oder aber eine entsprechende kostenfreie Finanz-App nutzen.

Weitere empfehlenswerte Sparmaßnahmen für den Haushalt liefert der Beitrag "77 geniale Tipps zum Geldsparen“.

Langfristige Sparmaßnahmen: Mit Strategie zu mehr Haushaltgeld

Reicht das Geld trotz kurzfristiger Sparmaßnahmen nicht, können langfristige Sparmaßnahmen die Lösung sein. Hier ist es nötig, ein wenig Zeit und Arbeit zu investieren. Es geht zunächst darum, die "Geldfresser? im Haushalt zu finden. Meistens sind es regelmäßig wiederkehrende Kosten wie Miete, Versicherungen oder Handykosten, die ein zu großes Loch ins Budget reißen. Welche es genau sind, lässt sich mit Hilfe einer detaillierten Kostenaufstellung auf die Spur kommen. Die Aufstellung ist am einfachsten anhand der Kontoauszüge machen, denn hier sind die regelmäßigen Abbuchungen zu finden. So ist die Vorgehensweise:

  • Zuerst wird eine Tabelle erstellt, die diese Spalten aufweist: Kostenposition, Zahlungsturnus, Zahlbetrag, jährliche Belastung.
  • Nun startet die Kontrolle der Kontoauszüge. Als Kostenposition wird zum Beispiel "Autoversicherung? eingetragen. In die Spalte des Zahlungsturnus wird z. B. jährlich, monatlich, quartalsweise eingetragen. Anhand des Betrags und der Häufigkeit ergibt sich die jährliche Gesamtbelastung. Beispiel: Die Autoversicherung wird quartalsweise mit 120 Euro belastet. Das ergibt eine jährliche Gesamtbelastung von 480 Euro.
  • Sind alle Kostenpositionen erfasst (Versicherungen, Mietzahlung, Telefon, Internet, Smartphone, Abos, Geschenke etc.), geht es an die Prüfung. Wie hoch sind die Kosten in welcher Kostenposition? Auf diese Weise werden Geldfresser identifiziert.
  • Ist klar, welche Positionen den größten Anteil ausmachen, werden diese einzeln dahingehend untersucht, ob sie sich reduzieren lassen.

Typische Geldfresser und Einsparmöglichkeiten

Dauerzahlungen wie Miete, Kreditraten, Versicherungsbeiträge, Strom und Heizung sowie Telefon- und Internetkosten stellen typischerweise die größten monatlichen Belastungen dar. Allerdings gibt es für jeden Haushalt individuelle Ausprägungen. Beispielsweise können Beiträge zum Fitnessstudio, regelmäßige teure Abos oder ein kostenintensives Hobby für (zu) hohe Ausgaben sorgen. Hier gilt es ganz genau hinzusehen.

Mietzahlungen senken

Die einzige Möglichkeit Mietzahlungen zu senken ist ein Umzug in eine günstigere Wohnung. Alternativ könnte die Untervermietung eines einzelnen Raums auf Dauer oder gelegentlich über Plattformen wie Airbnb dafür sorgen, dass mehr Geld zur Verfügung steht.

Versicherungskosten senken

Ein Besuch bei einem vertrauenswürdigen und unabhängigen Versicherungsmakler dient dazu, die Versicherungssituation zu optimieren. Der Makler prüft, ob der Versicherungsschutz generell zur Lebenssituation passt oder ob Versicherungen gekündigt werden können. Außerdem ist er aufgrund seiner Unabhängigkeit dazu in der Lage, Angebote unterschiedlicher Assekuranzen miteinander zu vergleichen und günstige Verträge zu finden. Der Makler holt sich seine Vergütung über die Vermittlung der Policen, für Kunden ist der Service kostenfrei.

Verbrauchskosten senken

Gas, Strom, Wasser - hier lässt sich bares Geld sparen. Der bewusste und kostenschonende Umgang mit Energie- und Ressourcenverbrauch rechnet sich. Zum einen lässt sich der Verbrauch reduzieren und zum anderen steckt Sparpotenzial im Anbieterwechsel. Kostenlose Online-Vergleiche bringen zutage, wie viel sich einsparen lässt. Tipp: Verbraucher sollten zwei oder drei Portale nutzen und die Ergebnisse miteinander vergleichen. Grund ist, dass kein Online-Vergleichsportal alle Tarife sämtlicher Anbieter berücksichtigt.

Smartphone, Internet, Telefon

Genauso wie bei den Verbrauchskosten lassen sich die Kommunikationskosten auf den Prüfstand stellen. Mit Hilfe von Online-Vergleichsportalen können Verbraucher sich durch den Tarifdschungel arbeiten und die Angebote finden, die zum eigenen Kommunikationsverhalten passen. Oft ergibt sich ein zu teurer Tarif nämlich daraus, dass er nicht zum persönlichen Nutzungsprofil passt. Vorsicht ist bei langfristigen Verträgen geboten, wenn das Haushaltsgeld knapp ist. Mitunter kann es die sinnvollere Alternative sein, einen Prepaid-Tarif zu nutzen und sich hinsichtlich des Nutzungsverhaltens zu mäßigen.

Kredite umschulden

Die Belastung der monatlich laufenden Kreditraten kann sich durch verbesserte Zahlungskonditionen vermindern. Wenn eine Umschuldung geplant ist, kann der neue Vertrag so vereinbart werden, dass die Raten niedriger ausfallen, indem zum Beispiel eine verlängerte Laufzeit akzeptiert wird. Auch besteht die Chance, dass niedrigere Kreditzinsen die Zahlungslast senken. In jedem Fall sollten Verbraucher sich von einem seriösen Fachmann/einer seriösen Fachfrau beraten lassen, bevor sie den alten Vertrag kündigen und einen neuen Kreditvertrag unterzeichnen.

Fazit: Dauerzahlungen reduzieren, bewusst konsumieren

Wem es gelingt, die wiederkehrenden Zahlungen zu drücken, verschafft sich monatlich mehr finanziellen Spielraum für kurzfristige Ausgaben. Damit wird man finanziell beweglicher. Mitunter verschafft die Reduktion der Dauerzahlungen so viel Spielraum, dass sich ein fester Betrag pro Monat als Sicherheitspolster zur Seite legen lässt, um unvorhergesehene Ausgaben zu stemmen.

(vo)