Berlin: Biallos Ratgeber: Wie Steuern private Renten schmälern

Berlin: Biallos Ratgeber: Wie Steuern private Renten schmälern

Bei der Planung ihrer privaten Altersvorsorge sollten Sparer auch die spätere Besteuerung der Rentenzahlung mit berücksichtigen. Je nach Vorsorgemodell und Versichertenstatus kann einem Rentner von seiner Brutto-Rente eine stark abweichende Netto-Rente übrig bleiben.

„Neben einem Blick auf die Rendite in der Ansparphase gilt es daher auch auf die Rentenzeit zu achten“, rät Michael Franke, Geschäftsführer des Analysehauses Franke und Bornberg. Wer nur auf die oft beworbene Brutto-Rente achtet, spart womöglich falsch.

Private Rentenversicherung

Hier hat der Versicherte zum Vertragsende die Wahl zwischen einer Kapital- oder einer Rentenauszahlung. Wird die Rente gewählt, winkt lebenslang ein Steuerbonus, das Finanzamt greift hier lediglich auf den sogenannten Ertragsanteil zu. „Dieser Ertragsanteil ist ein fester Prozentsatz der bezogenen Rente, der sich nach dem Alter bei Rentenbeginn richtet und während der gesamten Rentenbezugszeit gleich bleibt“, sagt die Münchner Steuerberaterin Erika Wacher.

Beispiel: Herr A. ist zu Beginn seines Rentenbezugs 65 Jahre alt. Laut Ertragsanteils-Tabelle (§ 22 Einkommensteuergesetz) beträgt der Ertragsanteil für seine private Rente 18 Prozent. Das heißt, nur diese 18 Prozent der Rente gelten als Einkunft und sind in der Steuererklärung anzugeben. Erhält Herr A. pro Monat 400 Euro Zusatzrente, braucht er davon nur 72 Euro (18 Prozent) zu versteuern. Unterstellt man im Ruhestand einen Steuersatz von 25 Prozent, so fallen tatsächlich für ihn nur 18 Euro an Steuern an.

Fällt die Wahl auf die Kapitalauszahlung, so ist der erzielte Gewinn nur zur Hälfte steuerpflichtig. Voraussetzung: Der Vertrag ist zwölf Jahre lang gelaufen und der Versicherte mindestens 62 Jahre alt. Als Gewinn gilt die Differenz zwischen der Summe aller eingezahlten Beiträge und der späteren Kapitalauszahlung.

Sofortrente

Bei diesem Vorsorgemodell zahlen Anleger — in der Regel zum Ruhestandsbeginn — einmalig einen festen Betrag ein und erhalten umgehend lebenslang eine monatliche Rente überwiesen. Die Besteuerung der Rente erfolgt ebenfalls nach dem Prinzip des Ertragsanteils.

Riester-Rente

Auszahlungen zählen in der Rentenphase zu den sonstigen Einkünften und müssen mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden (nachgelagerte Besteuerung). Wie hoch die Steuerlast später tatsächlich ausfällt, hängt vom Gesamteinkommen des Ruheständlers und von der Höhe der zukünftigen Freibeträge ab.

„Diese volle Steuerpflicht gilt jedoch nur für Renten, die vollständig aus durch Zulagen und Steuervorteile gefördertem Kapital gezahlt werden“, sagt Steuer-Profi Wacher. Manche Sparer zahlen aber auch mehr in einen Riester-Vertrag ein, als nötig ist, um die vollen Zulagen und Steuervorteile zu bekommen, also einen ungeförderten Anteil. Wird aus diesem nicht geförderten Anteil der Beiträge eine Rente gezahlt, so ist dafür nur der Ertragsanteil zu versteuern.

Rürup-Rente

In der Ansparphase profitiert ein Sparer von Steuererleichterungen, in der Auszahlungsphase wird dann die Rente nach dem persönlichen Steuersatz besteuert. Dabei richtet sich die Höhe der Steuerpflicht beziehungsweise des steuerfreien Betrags der Rente nach dem Kalenderjahr des Rentenbeginns. So sind 2016 erstmals ausgezahlte Rürup-Renten zu 72 Prozent steuerpflichtig, der andere Teil von 28 Prozent wird als Freibetrag dauerhaft festgeschrieben. Bis 2020 steigt der steuerpflichtige Anteil jährlich um zwei Prozentpunkte an, nach 2020 nur noch um einen Prozentpunkt jährlich. Ab 2040 ist dann die volle Rentenauszahlung steuerpflichtig.

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