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Biallos Ratgeber: Wenn eine unerwartete Ausgabe ansteht

Biallos Ratgeber : Wenn eine unerwartete Ausgabe ansteht

Wenn eine unerwartete Ausgabe ansteht, kommt ein Ratenkredit wie gerufen. Dabei klaffen die Angebote bei verschiedenen Banken auseinander.

Ist das Geld knapp und eine unerwartete Ausgabe steht an, weil beispielsweise das alte Fahrzeug nicht mehr zu reparieren ist, kommt ein Ratenkredit wie gerufen. Ein Darlehen über 10.000 Euro ist für rund 300 Euro pro Monat zu haben, unterstellt man eine Laufzeit von drei Jahren. Es können aber auch 4200 Euro an Gesamtkosten werden. Je nachdem, an wen man gerät

Große Versprechen: „Der Commerzbank Ratenkredit. Schon ab 1,75 Prozent“, ist eine ganz typische Verheißung. Und bei der Sparkasse Leipzig werden „Träume wahr“. Ab 3,04 Prozent effektivem Jahreszins.

Der Test: Die Redaktion des Verbraucherportals biallo.de hat eine 59-jährige Angestellte beauftragt, einen Kredit über 10.000 Euro mit 36 Monaten Laufzeit bei 15 verschiedenen Instituten zu beantragen. Sie hat ein monatliches Nettoeinkommen von 2300 Euro, wohnt im Eigentum und hat einen Schufa-Score von 99,21 Prozent. Von den 15 Banken bieten elf bonitätsabhängige Zinsen an, also „ab“ einem bestimmten Zins bis hinauf zu einem viel höheren.

Je geringer das Kreditausfallrisiko für die Bank ist, desto niedriger ist für den Kunden der Zins. Doch kein einziger Anbieter bietet der Testperson den besten Zins. Alle arbeiten mit einem unrealistischen Lockzins. Die Santander verlangt 3,99 Effektivzins statt 1,99 Prozent. Bei der Targobank werden aus 1,75 immerhin 2,94 Prozent. Und bei der Sparda-Bank Berlin werden aus 4,88 satte 8,69 Prozent Zinsen.

Direktbanken halten Wort: Wort halten dagegen die Banken, die allen ihren Kunden einen festen Zins anbieten. Und tatsächlich bekommt die Testperson den Kredit auch zu den angebotenen Zinsen. Bei der Bank of Scotland für 2,79 Prozent Effektivzins, der PSD Berlin für 2,99 Prozent, der ING für 3,49 Prozent und der DKB für 3,49 Prozent.

Gesamtzins beachten: Wie groß die Unterschiede der einzelnen Anbieter sind, zeigt der Gesamtbetrag, den man in den drei Jahren an Zinsen zahlt. Nur 432,75 Euro sind es bei der Bank of Scotland. Aber 1678,40 Euro, die die Sparda-Bank Berlin oder die Volksbank Magdeburg verlangen.

Restschuldversicherung: In unsicheren Zeiten wie diesen wird sich der eine oder andere fragen, ob es eine Absicherung für den Fall gibt, dass man die Raten nicht zahlen kann. Für diesen Zweck bieten Banken und Sparkassen eine Restschuldversicherung an. Im Fall des Todes zahlt sie den offenen Betrag an die Bank. Und im Fall der Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit übernimmt sie die Raten.

Sechs der zwölf Banken bieten diese Police coronabedingt gar nicht an. Drei weitere haben den Schutz gegen Arbeitslosigkeit nicht mehr im Programm. Sechs bieten alle drei Komponenten an, aber zu sehr unterschiedlichen Preisen. Günstig ist die Offerte der DKB mit einem Preis von 772,85 Euro. Die Norisbank liegt mit 1332,67 Euro in der Mitte.

Den Vogel schießen die Sparda-Bank Berlin und die Volksbank Magdeburg mit ihrem Easy-Credit-Angebot ab. Sie kassieren für die Vermittlung eine Provision. Sparda-Bank und Volksbank verlangen für die Police stolze 2526,30 Euro. Rechnet man die Zinsen hinzu, kommt der Kunde auf Gesamtkosten von 4204,70 Euro. Setzt man diesen Betrag ins Verhältnis zum Kredit von 10.000 Euro, errechnet sich ein Zins von 27,36 Prozent. Da sieht man, was aus einem Lockzins am Ende werden kann.

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