Aachen: Biallos Ratgeber: So surfen Kinder sicher im Internet

Aachen: Biallos Ratgeber: So surfen Kinder sicher im Internet

Computer, Smartphones und Tablets sind aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. 75 Prozent der Kinder zwischen zwei und vier Jahren spielen täglich bis zu einer halben Stunde mit einem Smartphone, bei gleichzeitig fehlender Medien-Nutzungs-Kompetenz.

Das geht aus einer Studie des gemeinnützigen Projektes „BLIKK-Medien“ hervor. „Eltern müssen ein Umfeld mit Struktur schaffen, in dem Kinder und Jugendliche sich auch bei der Me-diennutzung bewegen. Mediennutzung soll Spaß machen, aber es muss auch ein Ende geben“, sagt Kristin Langer, Mediencoach bei der Initiative schau-hin.info. „Ab welchem Alter Kinder ins Internet gehen dürfen, müssen die Eltern individuell entscheiden. Das hängt auch stark vom sozialen Umfeld ab.“

Nutzungszeit: Kristin Langer hält für Vorschulkinder eine tägliche Bildschirmzeit von 25 bis 30 Minuten für vertretbar. Im Alter von sechs bis neun Jahren sei eine tägliche Nutzungszeit von 45bis 60 Minuten angemessen. Eltern können sich aber auch für eine wöchentliche Nutzungszeit entscheiden. Faustregel: Kinder sollten maximal ihr Lebensalter in Stunden pro Woche vor dem Bildschirm verbringen.

Kindgerechte Internetseiten: „Eltern müssen ihre Kinder auf dem Weg ins Internet begleiten. Dabei sollten sie kind- und altersgerechte Websites wie meine-startseite.de oder internet-abc.de nutzen“, sagt Langer. Ebenfalls empfehlenswert sind für Schulkinder spezielle Suchmaschinen wie zum Beispiel www.blinde-kuh.de oder www.fragfinn.de. Die Inhalte sind in jedem Fall für Kinder geeignet. Auf www.kikaninchen.de und www.wdrmaus.de/elefantenseite finden Kleinkinder Spiele und andere altersgerechte Inhalte.

Statt Facebook: Eine gute Übung für soziale Netzwerke ist das Angebot des Kindersenders Kika. Unter www.mein-kika.de können Kinder bis 15 Jahren in einem geschützten Raum chatten und Foren-Einträge schreiben. Eine Anmeldung ist nur mit Unterschrift und Einwilligung der Eltern möglich. Jeder Kinderbeitrag auch im Chat wird erst von Moderatoren gelesen und dann veröffentlicht.

Kindersichere Geräte: Egal ob Kinder und Jugendliche Smartphones, Tablets oder Computer nutzen: Eltern sollten vorhandene Kindersicherungen einrichten und bei Bedarf spezielle Programme für den Kinder- und Jugendschutz installieren. So können sie beispielsweise die Nutzungszeit beschränken, App-Käufe verbieten, Online-Inhalte sperren oder nur bestimmte Internetseiten freigeben. Je nach Gerät lässt sich die Kindersicherung über die Systemsteuerung, ein separates Benutzerkonto für Kinder oder spezielle Apps einrichten. Auch internetfähige Fernseher bieten in der Regel die Möglichkeit, eine Jugendschutz-Pin einzugeben.

Informierte Eltern: Wichtig ist, dass Eltern sich selbst mit digitalen Medien befassen. Auf Seiten wie www.schau-hin.info oder auch auf www.klicksafe.de finden sie Informationen. Wissen Eltern selbst nicht, was Cyber-Mobbing oder Cyber-Grooming ist, können sie ihre Kinder nicht davor schützen. Cyber-Mobbing ist Mobbing mit Hilfe digitaler Medien. Menschen werden in sozialen Netzen herabgewürdigt und gegen ihren Willen Fotos oder Videos verbreitet. Beim Cyber-Grooming verstecken sich Erwachsene in sozialen Netz- werken hinter den Profilen von Kindern, um Kontakt zu Kindern zu bekommen. Ziel ist es, ein Treffen im echten Leben zu ermöglichen und die Kinder zu missbrauchen.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers

Mehr von Aachener Zeitung