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Aachen: Biallos Ratgeber: So sollten Frauen für das Alter vorsorgen

Aachen : Biallos Ratgeber: So sollten Frauen für das Alter vorsorgen

Frauen leben im Schnitt fünf Jahre länger als Männer und brauchen daher im Alter länger Geld. Doch die Realität sieht so aus: Weil Frauen wegen der Kindererziehung geringere Beschäftigungszeiten aufweisen und obendrein rund ein Fünftel weniger verdienen als Männer, erwerben sie nur etwa halb so hohe Rentenansprüche.

So überwies die Deutsche Rentenversicherung im Jahr 2013 durchschnittlich 983 Euro Monatsrente an Männer, Frauen erhielten nur 576 Euro. Da das kaum zum Leben reicht, müssen Frauen mehr privat vorsorgen. Fünf Grundregeln helfen beim Sparen.

- Eigener Vertrag: Viele Frauen denken, dass sie im Alter ausgesorgt haben, weil der Partner gut verdient und später eine schöne Rente hat. Doch jede dritte Ehe wird geschieden, in Großstädten sogar jede zweite. „Nach einer Trennung haben Frauen durchschnittlich 40 Prozent weniger Geld zur Verfügung, Männer nur sieben Prozent“, sagt Stephan Moltzen von der Deutschen Bank. Frauen sollten daher auf einen eigenen Altersvorsorgevertrag drängen und den Partner bitten, sich an den Beiträgen zu beteiligen. Das gilt besonders für unterhaltsberechtigte Mütter, die getrennt leben.

- Früh starten: „Frauen sollten so früh wie möglich mit dem Sparen beginnen“, empfiehlt Isolde Mischke-Flach von den D&M Frankfurter Finanzexpertinnen. Denn bei langer Sparzeit wachsen auch kleine Beträge dank Zinseszinseffekt zu einem Vermögen. Wird ab dem 30. Lebensjahr jeden Monat 75 Euro in einen Aktienfonds eingezahlt, sammeln sich bis 65 bei fünf Prozent Rendite rund 83.500 Euro an. Beginnt der Sparplan zehn Jahr später, muss man fast das Doppelte monatlich beiseitelegen, um auf das gleiche Sparergebnis zu kommen.

- Durchhalten: Während der Kindererziehung sollten Frauen die Beiträge für ihre Altersvorsorge weder verringern noch aussetzen. Wird beispielsweise obiger Fondssparplan gleich zu Beginn drei Jahre lang ausgesetzt, so verringert sich das Sparergebnis um fast 14.000 Euro, obwohl nur 2700 Euro weniger eingezahlt wurden. Die Babypause schwächt den Zinseszinseffekt also deutlich ab. Die Devise für beide Partner muss daher lauten: Durchhalten. „Beide wollten das Kind, also sollten sie die Kosten teilen“, betont Mischke-Flach.

- Staatliche Förderung nutzen: Frauen mit Kindern genießen im Rahmen der Riester-Rente viele Vorteile. Neben der Grundförderung von 154 Euro zahlt der Staat jährlich hohe Kinderzulagen. Für jedes eigene ab 2008 geborene Kind gibt es 300 Euro pro Jahr. Binnen 20 Jahren profitieren Mütter mit zwei Kindern von insgesamt 15.000 Euro Fördergeld. Moltzen verweist darauf, dass „der Anspruch auf Riesterförderung während der Elternzeit fortbesteht“. Zudem müssten Frauen mit geringem Gehalt für die volle Förderung nur niedrige Eigenbeiträge bezahlen. Mütter erzielten deshalb meist sehr hohe Förderquoten.

- Auf Rendite setzen: Startet die Altersvorsorge in jungen Jahren, sollten Frauen die hohen Renditechancen von Aktienfonds nutzen. Das Verlustrisiko ist überschaubar. Die Statistiken des Fondsverbandes BVI zeigen, dass Fondssparpläne mit deutschen Aktien in den letzten 30 Jahren eine Durchschnittsrendite von 7,2 Prozent erzielten. Riester-Fondssparpläne und fondsgebundene Riester-Rentenversicherungen schließen Verluste sogar vertraglich aus.

Zudem zahlen Riester-Versicherungen ein Leben lang Rente. Eine 30-jährige Frau mit einem Jahresbruttoeinkommen von 40.000 Euro, die bis zum 67. Lebensjahr in eine Riester-Fondspolice mit vier Prozent Rendite einzahlt, kann bei Hanse Merkur eine Anfangsrente von 378 Euro erwarten, bei Cosmos Direkt 355 Euro, bei der Gothaer 347 Euro und bei der Nürnberger 332 Euro.