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Aachen: Biallos Ratgeber Riester: Meistens ist ein ordentlicher Ertrag ohne Risiko drin

Aachen : Biallos Ratgeber Riester: Meistens ist ein ordentlicher Ertrag ohne Risiko drin

Die Riester-Rente avanciert zum Werbeknüller: 15.000 Euro vom Staat verspricht die Hannoversche Leben bei Abschluss eines Rentenvertrages. Ganz unbegründet ist das Versprechen nicht, verschenkt doch der Staat jede Menge Geld an Riester-Sparer. 114 Euro Grundzulage erhält jeder Förderberechtigte pro Jahr, dazu kommen 138 Euro je Kind.

Ab 2008 erhöht sich die Grundprämie auf 154 Euro plus 185 Euro pro Kind. Ein Sparer mit zwei Kindern könnte dann 25 Jahre lang 524 Euro Förderung einheimsen - insgesamt also 13.100 Euro. Spitzenverdiener profitieren zusätzlich von Steuerermäßigungen.

Wegen der Förderung lohnt sich der Abschluss eines Riester-Sparvertrages praktisch immer, betonen Geldexperten der Stiftung Warentest: „Selbst wenn die Geldanlage keinerlei Wertentwicklung brächte, kann ein Riester-Sparer immer sicher sein, dass er Plus macht.”

Damit die Fördergelder in voller Höhe fließen, verlangt der Staat eine Gegenleistung: Drei Prozent des Vorjahres-Bruttoeinkommens müssen Sparer aktuell beisteuern, ab 2008 sind es vier Prozent. Die Zuzahlung ist jedoch begrenzt: Zurzeit gilt der Höchstbetrag von 1575 Euro.

Positiv: Der Beitrag reduziert sich um die erhaltene Förderung. Beispiel: Ein Sparer mit zwei Kindern verdient 35.000 Euro. Er müsste aktuell 1050 Euro (3 Prozent) in den Vertrag einzahlen. Abzüglich der Riester-Zulage (390 Euro) beträgt sein Eigenanteil jedoch nur 660 Euro. Geringverdiener oder Hausfrauen zahlen gar nur 60 Euro.

Von den drei auf dem Markt befindlichen Produktarten - Rentenversicherung, Fonds- und Banksparplan - fristen letztere ein Mauerblümchendasein. „Zu Unrecht”, findet Arno Gottschalk, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Bremen. Schließlich seien Riester-Banksparpläne kostengünstig, risikofrei und besäßen im Gegensatz zum Fondssparen oder fondsgebundenen Rentenversicherungen eine Gewinngarantie.

„Wie hoch die Rendite ausfällt, ist jedoch schwer vorherzusagen”, sagt Gottschalk. Variable Grundverzinsung und vielschichtige Bonussysteme würden die Berechenbarkeit erschweren. Viele Verträge sind an die Umlaufrendite für Bundesanleihen gekoppelt, andere an einen Mischzins aus Bankanleihen und Geldmarktzinssätzen. „Wie sich diese Richtgrößen in den nächsten Jahren entwickeln, ist ungewiss”, so Gottschalk.

Einen Anhaltspunkt liefert der jüngste Sparplanvergleich der Stif-tung Warentest. Die Geldexperten ermittelten auf Grundlage des aktuellen Zinsniveaus Renditen von knapp vier Prozent bei 15-jähriger Laufzeit, bei längerer Spardauer von bis zu fünf Prozent. Zwar können die Renditen schwanken, doch eines zeichnet sich ab: „Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Verzinsung von Banksparplänen über dem Garantiezins von Rentenversicherungen liegt”, schätzt Gottschalk.

Ein Manko bei den Riester-Sparplänen ist allerdings das immer noch sehr geringe Angebot. Bundesweite Offerten kommen fast ausschließlich von Volksbanken und Sparkassen. Ein Spitzenangebot macht die Stadtsparkasse Hameln. Ihr Sparplan verzinst sich aktuell mit 3,75 Prozent, dazu addieren sich laufzeitabhängige Zinsboni.

Unterm Strich schaffen Anleger damit 3,88 Prozent Rendite nach zehn Jahren Sparzeit und 4,73 Prozent nach 25 Jahren.

Auch die Mainzer Volksbank hat ein attraktives Angebot. Ihr Riester-Sparplan wächst mit einer aktuellen Grundverzinsung von 3,22 Prozent. Vorteil: Kommt es zu einer vorzeitigen Kündigung des Vertrags, was grundsätzlich möglich ist, gehen dem Anleger keine Zinsen verloren. Anders bei Verträgen mit gesonderten Zinsboni. Werden bestimmte Laufzeiten nicht erfüllt, entfallen die Sonderzinsen und der Anleger muss sich mit der niedrigen Grundverzinsung begnügen.