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Aachen: Biallos Ratgeber: Private Krankenzusatzversicherung im Überblick

Aachen : Biallos Ratgeber: Private Krankenzusatzversicherung im Überblick

Die Verbraucher setzen zunehmend auf private Krankenzusatzpolicen, um die Kassenleistung aufzustocken. Nicht alle Policen versprechen ein medizinisches Plus. Darauf kommt es an.

Leistungen: Mit Zusatzpolicen wird man zum Privatpatienten: im Krankenhaus, beim Zahnarzt, im Ausland, beim Heilpraktiker, beim Hausarzt. Die Privaten leisten meist einen prozentualen Zuschuss zu den Gesamtkosten; je höher die Kostenbeteiligung, desto höher die Beiträge. Tarife schließt man besser einzeln ab. „In Paketen ist oft Überflüssiges enthalten und die Erstattungsbeträge sind zu gering“, sagt Versicherungsberater Thorsten Rudnik. Wichtig ist, dass die Policen bei den Arzthonoraren üppig leisten — auch über den 3,5-fachen Satz hinaus.

Anbieter: Bei privaten Krankenversicherern gibt es Policen, aber auch gesetzliche Krankenkassen (GKV) bieten in Kooperationen mit privaten Versicherern Policen an — oft zu günstigeren Beiträgen. Das hat Tücken. „Wechselt man die Krankenkasse, verliert man auch den Bonus für die private Zusatzpolice“, warnt Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale NRW. „Oft sind die Leistungen solcher Verträge nicht ausreichend.“

Krankentagegeld: „Wer gesetzlich versichert ist und ein hohes Einkommen hat, darf auf diese Police nicht verzichten“, betont Rudnik. Denn sonst erhält man im Krankheitsfall von der Kasse nur ein Krankengeld von maximal 2.835 Euro im Monat. Das kann zu wenig sein, um die monatlichen Kosten zu decken. Die private Krankentagegeldpolice gewährt einen vereinbarten Tagessatz für einen unbefristeten Zeitraum. Gute Verträge gestatten eine nachträgliche Anpassung der Höhe des Krankengeldes ohne erneute Gesundheitsprüfung.

Auslandsreisekrankenschutz: Auf Reisen gehört diese Police ins Gepäck. „Sie garantiert den medizinischen Rücktransport im Krankheitsfall. Das bezahlt die Krankenkasse nicht“, sagt Weidenbach. Die Police komme daneben zu 100 Prozent für alle Kosten der Notfallbehandlungen im Ausland auf. Policen gibt es ab 20 Euro für eine ganze Familie im Jahr.

Stationäre Zusatztarife: Diese Tarife können eine bessere Versorgung gewährleisten — dann, wenn man eine Klinik oder einen Arzt seiner Wahl aufsuchen möchte. „Das steht Kassenpatienten nicht automatisch zu“, sagt Rudnik. Die Tarife lohnen sich auch für Kinder — wer jung einsteigt, zahlt unter zehn Euro im Monat und sichert sich langfristig günstige Beiträge.

Zahnzusatztarife: Zahnzusatzpolicen gehören zu den beliebtesten Extras, doch ihre Notwendigkeit ist umstritten. Denn Policen sind teuer, wenn sie umfangreich leisten sollen. Versichern kann man den Zahnersatz und Zahnbehandlungen. Auf letztere kann man verzichten, denn hier fallen meist geringe Kosten an. Allerdings verbergen sich hier oft die Erstattungen für die wiederum teuren Inlays. So kommt man für eine sinnvolle Absicherung doch häufig am Gesamtpaket nicht vorbei und das kostet zwischen 35 und 40 Euro im Monat. Wer hochwertige Zahnarzt-Lösungen wünscht, kann auf eine Police setzen. Dann aber auf eine, die sich prozentual an den Gesamtkosten beteiligt und auch für rein privatärztliche Leistungen aufkommt, rät Rudnik.

Heilpraktikerleistungen: Geht man häufig und regelmäßig zum Heilpraktiker, kann sich eine Zusatzpolice lohnen. Oftmals sind Leistungen für alternative Heilmethoden in ambulanten Ergänzungstarifen enthalten, die auch unter anderem Zuschüsse zu Sehhilfen oder zu gesetzlichen Zuzahlungen — beispielsweise bei Rezepten — gewähren. Es lohnt sich, dies zu prüfen. Denn auch für Heilpraktikerbehandlungen gibt es meist eine prozentuale Erstattung und eine Maximalleistung im Jahr.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers