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Berlin: Biallos Ratgeber: Policen gehören auf den Prüfstand

Berlin : Biallos Ratgeber: Policen gehören auf den Prüfstand

Ob man wirklich gut versichert ist, zeigt sich immer erst im Schadensfall. Wer böse Überraschungen vermeiden will, sollte regelmäßig einen Versicherungs-Check durchführen. Hier erfahren Sie, worauf es dabei ankommt, welche Policen Sie benötigen und welche Bedingungen Sie berücksichtigen müssen.

Veraltete Policen

Policen fristen oft ein einsames Dasein in Aktenordnern. Der Versicherungsnehmer riskiert damit optimalen Versicherungsschutz. Denn die Versicherungsbedingungen haben sich in den vergangenen Jahren zugunsten der Verbraucher entwickelt. Wer seine Policen nie aktualisiert, profitiert davon nicht. „Policen, die schon zehn Jahre alt sind, enthalten meist keine zeitgemäßen Bedingungen mehr“, sagt Versicherungsberater Thorsten Rudnik. Alle zwei bis drei Jahre gehören Versicherungsverträge auf den Prüfstand.

Bedingungen

Für das gleiche Geld kann der Verbraucher heute oft mehr und bessere Leistungen erhalten als vor einigen Jahren. So ist in neueren Kfz-Versicherungen und in der Hausratversicherung grob fahrlässiges Handeln des Versicherungsnehmers oft automatisch gedeckt. In der privaten Haftpflichtversicherung sind inzwischen Internetschäden versichert, aber auch pflegebedürftige Personen im Schutz integriert.

Inzwischen gilt eine Deckungssumme von fünf Millionen Euro aufwärts in der Haftpflichtversicherung als Standard — drei Millionen Euro wie in alten Verträgen sind zu wenig. Neuere Auslandsreisekrankenversicherungen decken oft den medizinisch sinnvollen und nicht nur notwendigen Rücktransport in die Heimat ab.

Beiträge sparen

Durch einen Versicherungswechsel — oder auch einen Tarifwechsel innerhalb des eigenen Unternehmens — lässt sich oft Geld sparen. Größtes Sparpotenzial bietet die Kfz-Versicherung: Gegen Jahresende werfen viele Versicherer im scharfen Wettbewerb um Kunden neue, günstige Tarife auf den Markt. Es lohnt sich, anhand von Online-Tarifrechnern aktuelle Tarifbeiträge zu berechnen. „Das Ergebnis wird überraschen. Die Unterschiede sind immens“, hat der Versicherungsberater erfahren. Da die meisten Verträge zum Jahresende auslaufen, ist der 30. November der Stichtag für den spätesten Kündigungstermin.

Lebenssituation

Schmerzlich ist es, wenn im Schadensfall die Leistungen aus dem Versicherungsvertrag nicht ausreichen. Das liegt oft daran, dass zu geringe Versicherungssummen vereinbart wurden. Wenn sich die Lebensverhältnisse ändern, zum Beispiel aufgrund von Heirat, Geburt von Kindern oder einem Immobilienkauf, muss man die Versicherungssumme anpassen. Als Faustregel für die Berufsunfähigkeitspolice gilt: Alle Renten zusammen sollten 80 bis 90 Prozent des Nettoeinkommens absichern. Bei der Risikolebensversicherung gilt das Dreifache des Jahresbruttoeinkommens als Minimum.

Existenzielle Risiken

Viele entscheiden sich für eine kleine Versicherungssumme, um Beiträge zu sparen. Das ist fatal. Statt auf Quantität gilt es auf Qualität zu setzen: „Existenzielle Risiken zu Top-Bedingungen abschließen und dafür überflüssige Policen kündigen“, empfiehlt Rudnik. Familien sind mit vier Policen gut versichert: Eine private Haftpflicht-, eine Berufsunfähigkeits-, eine Risikolebens- und eine Hausratversicherung gehören zu einem guten Portfolio. Alles andere ist Kür.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers