Aachen: Biallos Ratgeber: Nachhaltig sparen mit Holzinvestments

Aachen: Biallos Ratgeber: Nachhaltig sparen mit Holzinvestments

Im anhaltenden Zinstief suchen Anleger nach Sparalternativen. Eine bislang wenig beachtete Anlageklasse ist Holz. Zu Unrecht, denn Bäume sind ein werthaltiges und nachhaltiges Investment. Sie wachsen unabhängig von Börsen- und Finanzkrisen und stellen das eigene Vermögen auf breite Füße.

Welche Rendite möglich ist, zeigt der weltweit anerkannte Holzindex NCREIF, der die Wertentwicklung von Wäldern darstellt. Der Index stieg in den vergangenen 30 Jahren durchschnittlich um etwa zwölf Prozent pro Jahr, der Dax schaffte in der gleichen Zeit nur ein Plus von rund acht Prozent.

Chancen und Risiken: Haupttreiber der Holzpreise ist das ungebrochene Bevölkerungswachstum. Die Welternährungsorganisation FAO schätzt, dass der Holzbedarf bis 2050 um 50 Prozent steigen wird. Da die weltweite Waldfläche jedoch begrenzt ist und massiver Kahlschlag die Bestände verknappt, sind Preissteigerungen programmiert. Risikofrei ist die Geldanlage in Holz trotzdem nicht. Naturkatastrophen können Waldbestände im Handumdrehen vernichten. Zudem sind die prognostizierten Renditen bei Direktinvestments in Holz unverbindlich. Die langen Investitionszeiträume bei Waldinvestments machen es schwer, den späteren Verkaufserlös abzuschätzen. Verbraucherschützer warnen, dass es bei Direktinvestments keine Kapitalgarantien gibt und Totalverlust möglich ist.

Direktanlage: Trotz der Risiken können sich direkte Beteiligungen an Baumplantagen lohnen. Dabei pachtet oder erwirbt man Land zur Aufforstung und beauftragt den Anbieter, Bäume zu pflanzen, zu pflegen und das Holz später zu verkaufen. Ein Beispiel ist das Waldsparbuch von Forest Finance: Die Bonner Gesellschaft bietet Aufforstungsflächen in Panama ab 0,1 Hektar für 3250 Euro. Bleibt man 25 Jahre am Ball, prognostiziert die Gesellschaft einen Gesamterlös von 13 960 Euro. Das entspricht einer Rendite von sechs Prozent. Teilauszahlungen sind ab dem zehnten Jahr möglich. Positiv: Es wird Mischwald gepflanzt, keine Monokultur. Da das Kapital bis zu 25 Jahre gebunden und eine vorzeitige Kündigung ausgeschlossen ist, sind nur Langfristinvestoren angesprochen.

Unternehmensbeteiligung: Eine andere Art der direkten Beteiligung bietet das Unternehmen Bauminvest aus Kirchzarten. Sie offeriert die Mitgliedschaft an einer Genossenschaft in Costa Rica, die Waldfeldbau und naturnahe Landwirtschaft betreibt. Dort werden Holz und landwirtschaftliche Produkte umweltfreundlich erzeugt und vermarktet. Beteiligungen sind in tausender Schritten möglich, Minimum: 2000 Euro. Vorteil für Anleger: lobenswerter öko-sozialer Ansatz, der schon ab dem fünften Jahr Ausschüttungen verspricht. Die anvisierten Dividenden von zwei bis drei Prozent pro Jahr sind aber überschaubar. Die Beteiligung geschieht auf unbestimmte Zeit. Geschäftsanteile sind frühestens nach 60 Monaten kündbar.

Investmentfonds: Deutlich flexibler sind offene Fonds. Es gibt weder Mindestbeteiligungen noch Laufzeiten oder Kündigungsfristen. Auch in Sachen Kapitalsicherheit schneiden Fonds gut ab, denn das Fondskapital steht bei einer Pleite der Investmentgesellschaft den Anlegern zu. Kostengünstig ist beispielsweise der ETF iShares Global Timber & Forestry, (ISIN: IE00B27YCF74). Er investiert in einen Index, dessen Unternehmen im Waldbau oder der holzverarbeitenden Industrie tätig sind. Die Fünfjahresrendite beträgt aktuell gut elf Prozent.

Eine Alternative dazu ist der aktiv gemanagte Pictet-Timber-Fund (LU0340559557) mit einer Fünfjahresrendite von fast zehn Prozent. Sein Manko allerdings: Im Gegensatz zu vielen Plantagenbetreibern verfolgen Holzfonds keine ökosozialen Ziele in Entwicklungsländern.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers

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