1. Leben
  2. Geld

Aachen: Biallos Ratgeber: Mit günstigen Policen Eigenanteil senken

Aachen : Biallos Ratgeber: Mit günstigen Policen Eigenanteil senken

Zahnersatz kann teuer werden: Denn seit 2005 gewähren die gesetzlichen Krankenkassen nur noch Festzuschüsse zu Zahnbehandlungen. Damit ist gerade mal die Hälfte der einfachsten Standardversorgung gedeckt.

Wünscht der Patient Hochwertigeres, steigt sein Eigenanteil — bei größeren Zahnbaustellen bis in die Tausende. Zahnzusatzversicherungen boomen darum — an die 14 Millionen Verträge sind im Umlauf.

„Wer schon lange einen Vertrag besitzt, hat gute Chancen, beim eigenen Unternehmen einen neuen Tarif mit besseren Leistungen zu finden — womöglich mit niedrigeren Beiträgen“, rät Versicherungsberater Thorsten Rudnik. Der Kunde hat ein Recht auf einen Tarifwechsel. Bessere Leistungen gibt es aber nur für gesunde Zähne.

Tarifvielfalt

Es gibt Zahnzusatzversicherungen für 9,99 Euro im Monat, andere kosten monatlich 50 Euro. Die Leistungen variieren dementsprechend. Für knappe zehn Euro im Monat versprechen die Policen oft den „doppelten Festzuschuss“. Das heißt: die Kassenleistung wird verdoppelt.

„Das mag ausreichen, wenn man mit der Standardversorgung zufrieden ist“, sagt Rudnik. Wünscht man aber statt einer Brücke ein Implantat, ist der Zuschuss zu gering. „Wenn schon eine Police, dann mit umfangreichen Leistungen, die den Eigenanteil spürbar reduzieren“, sagt der unabhängige Experte. So zahlt ein 25-Jähriger beispielsweise bei Ergo Direkt 20,80 im Monat für eine Police mit 90 Prozent Erstattung für Implantate und Zahnersatz, sowie 100 Prozent für Vorsorgemaßnahmen und für Inlays. Nicht viel mehr kostet der Schutz bei der Hanse Merkur.

Zahnzusatz

Vor allem den teuren Zahnersatz lohnt es sich, umfangreich abzusichern. Gut ist, wenn auch Implantate und Inlays bezuschusst werden und zwar ohne Einschränkungen, was die Anzahl oder die Erstattungshöhe angeht. Wenn ein Tarif zusätzlich noch Leistungen für Zahnbehandlungen vorsieht — gut und schön. Essenziell ist das nicht, denn diese Kosten sind überschaubar.

Erstattungsart

Am besten ist, der Versicherer erstattet 70 bis 90 Prozent des Gesamtrechnungsbetrags. Meist ist hier der Kassenzuschuss schon eingerechnet. So bleiben für den Kunden nur noch zehn bis 30 Prozent Eigenanteil.

Ein Beispiel: Zu einem Implantat (Frontzahn) für 3000 Euro gewährt die Kasse etwa 400 Euro an Zuschuss. Der Eigenanteil beträgt in diesem Fall 2600 Euro. Mit einer Police, die 80 Prozent des Gesamtrechnungsbetrags übernimmt, lässt sich dieser Eigenanteil auf 200 Euro senken.

Wartezeit

Heute den Vertrag abschließen, morgen das Gebiss sanieren — das funktioniert nicht. Meist ist eine Wartezeit von etwa acht Monaten zu erfüllen, bis der Versicherer anfallende Kosten erstattet. „Manche zahlen im ersten Jahr 250 Euro, andere 1000 Euro“, hat Rudnik beobachtet. Wer einen höheren Beitrag auf den Tisch legt, erhält umfangreichere Erstattungen.

Zeitpunkt

Eine Police schließt man bestenfalls dann ab, wenn man noch jung ist und kraftvoll zubeißen kann. Denn alle Behandlungen, zu denen der Zahnarzt bereits geraten hat, lassen sich nicht in den Versicherungsschutz integrieren. Auch vorhandene Zahnlücken sind ausgeschlossen.

Ehrliche Angaben bei Vertragsabschluss sind extrem wichtig. „Im Leistungsfall fragt die Versicherung beim Zahnarzt genau nach. Hat man geschummelt, kann die Versicherung die Leistung verweigern“, weiß der Fachmann.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers