Aachen: Biallos Ratgeber: Minijobber haben Anspruch auf Urlaub

Aachen: Biallos Ratgeber: Minijobber haben Anspruch auf Urlaub

Endlich beginnen die Ferien. Für viele sind es die wichtigsten Wochen im Jahr. Was viele nicht wissen: Auch Minijobber haben Anspruch auf Urlaub und Entgeltfortzahlung.

Urlaubsanspruch: Minijobbern, die ihre Tätigkeit mehr als sechs Monate in einem Jahr ausüben, steht der gesetzliche Mindesturlaub nach dem Bundesurlaubsgesetz zu. Das sind 24 Werktage. Wenn es im Betrieb üblich oder per Tarifvertrag geregelt ist, besteht auch Anspruch auf längeren Urlaub (meist 30 Tage). Während dieser Zeit muss der Arbeitgeber auch ohne Arbeitsleistung das Gehalt weiterzahlen. Minijobber, die ansonsten monatlich regelmäßig 400 Euro erhalten, müssen diesen Betrag also auch im Urlaub bekommen.

Aushilfen: Auch wer mindestens einen Monat als Aushilfe beschäftigt ist, hat Anspruch auf Urlaub. „Das sind dann bei einem Beschäftigungsmonat in der Regel zwei und bei zwei Monaten vier Urlaubstage”, sagt Michael Felser, Arbeitsrechtsexperte aus Brühl bei Köln. Das gilt auch bei Schüler- und Studentenjobs. Der Anwalt ergänzt: „Da der Urlaub meist in der Beschäftigungszeit nicht genommen werden kann, muss er abgegolten werden. Die Urlaubstage werden also ausgezahlt.”

Zusätzliches Urlaubsgeld: Darauf besteht kein gesetzlicher Anspruch. Ist die Zahlung von Urlaubsgeld aber per Tarifvertrag oder betrieblich geregelt (etwa weil es sich so „eingebürgert” hat), steht auch Jobbern ein anteiliges Urlaubsgeld zu. Ein Beispiel: Im Arbeitsvertrag eines Minijobbers ist eine wöchentliche Arbeitszeit von 9,5 Arbeitsstunden vorgesehen, das sind genau 25 Prozent der Wochenarbeitszeit eines Vollzeitbeschäftigten (mit 38 Stunden) im gleichen Betrieb. Das Urlaubsgeld des Vollzeitbeschäftigten beträgt 1.200 Euro, in diesem Fall kann der geringfügig Beschäftigte das anteilige Urlaubsgeld von 300 Euro beanspruchen. Beim Weihnachtsgeld (bzw. beim 13. Monatsgehalt) muss übrigens genauso verfahren werden. Michael Felser warnt jedoch: „Durch die Zahlung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld wird unter Umständen die 400-Euro-Grenze gesprengt”. Folge: Dann handelt es sich um eine beitragspflichtige Beschäftigung.

Arbeitsrecht: Das Arbeitsrecht gilt bei Minijobs und für Aushilfen nicht nur beim Urlaub, sondern generell. So haben auch die Jobber Anspruch auf eine sechswöchige Lohnfortzahlung bei Krankheit durch den Arbeitgeber. Darauf weist die Minijobzentrale besonders hin. Gerade in Kleinbetrieben werde dies oft nicht beachtet. Im Streitfall sind übrigens auch für Mini- und Aushilfsjobber die Arbeitsgerichte zuständig.

Mehr von Aachener Zeitung