Aachen: Biallos Ratgeber: Gut versichert beim digitalen Surfen

Aachen: Biallos Ratgeber: Gut versichert beim digitalen Surfen

Das Internet ist nicht nur praktisch, es birgt auch Risiken. Durch Identitätsklau oder Urheberrechtsverletzungen kann erheblicher finanzieller Schaden entstehen. Versicherungen versprechen Schutz. Private Haftpflicht-, Hausrat- und Rechtsschutzversicherung wurden bei vielen Anbietern um Internet-Bausteine erweitert. Was bringen die und welche braucht man?

Die wichtigste Police für Internetnutzer ist die private Haftpflichtversicherung. Sie leistet, wenn man anderen einen Schaden zufügt. Das geschieht beim digitalen Surfen etwa, wenn man einen Trojaner, eine Art Computervirus, verbreitet. Gelangt dieses Schadprogramm auf den PC, verbreitet es sich schnell automatisch. „Zerstört man bei anderen Leuten Dateien oder die Festplatte, muss der Verursacher zahlen“, sagt Sascha Straub, Versicherungsexperte bei der Verbraucherzentrale Bayern. Neuere Haftpflichtpolicen decken solche Schäden. „Bedingung ist, dass ein aktueller Virenscanner auf dem PC installiert ist“, sagt Straub.

Hausratversicherung: Die Zahl der Straftaten im Internet — Cybercrime genannt — nimmt rasant zu. Erste Hausratversicherer reagieren darauf und decken solche Schäden, zum Beispiel die Allianz und die HUK-Coburg. Werden etwa Passwörter ausgespäht und wird infolgedessen das Konto leergeräumt, springt die Police ein. Allerdings gelten maximale Entschädigungsgrenzen, die zwischen 1000 und 10.000 Euro liegen.

Spezielle Internetversicherungen: Spezielle Policen werden oft im Rahmen der Rechtsschutzversicherung angeboten. Sie übernehmen sowohl Kosten für anwaltliche Erstberatungen als auch für die Vermittlung von Profis, die sich um Datenlöschung oder Datensicherung bei Virusbefall kümmern. Oft wird auch der Verlust ausgeglichen, der beim Online-Banking entstehen kann. Die Leistungen sind nach oben gedeckelt. Die Policen kosten je nach Leistungsumfang zwischen 7,90 Euro (Cosmos Direkt), 60 Euro (DEVK) oder 115 Euro (Arag und R+V) im Jahr. Viele Leistungsdetails sind aber schon in Privat- und Berufsrechtsschutzversicherungen enthalten.

Urheberrechtsverletzungen: Eine Art von Schaden deckt keine Versicherungspolice: Abmahnungen und Schadensersatzforderungen aufgrund von Urheberrechtsverletzungen, wie sie durch illegalen Tausch von Musikdateien im Internet entstehen. Tatjana Halm arbeitet als Juristin bei der Verbraucherzentrale Bayern. „Ist man selbst nicht Urheber und hat keine Erlaubnis zur Nutzung, darf man weder Musik noch Filme im Internet anbieten“, sagt Halm.

Sicher unterwegs: Achtsamkeit ist oberstes Credo für alle, die im Internet einkaufen und Bankgeschäfte erledigen. Kriminelle versuchen Bankdaten und Passwörter auszuspähen. Deshalb gilt: Verschiedene und komplexe Passwörter wählen, keine E-Mails und Anhänge unbekannter Absender öffnen „und nur so viele persönliche Daten preisgeben, wie unbedingt erforderlich“, rät Halm, was auch für Plattformen sozialer Medien gilt. Übrigens: „Sensible Daten würden Banken, Versicherungen oder seriöse Unternehmen nur per Post anfordern.“

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers.

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