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Aachen: Biallos Ratgeber Freibeträge: Kapitalertrag vor Fiskus bewahren

Aachen : Biallos Ratgeber Freibeträge: Kapitalertrag vor Fiskus bewahren

Der Staat greift Sparerrn 2007 noch tiefer in die Tasche. Die Halbierung des Sparerfreibetrags bewirkt, dass Anleger ab 2007 nur noch 750/1500 Euro (Ledige/Verheiratete) an Kapitalerträgen steuerfrei vereinnahmen dürfen. Das sind 620 Euro bzw. 1240 Euro weniger als bisher.

Lediglich der Werbungskostenpauschbetrag von 51 Euro pro Person bleibt unverändert. Er erhöht den Freibetrag auf 801 bzw. 1602 Euro. Der Einschnitt ist folgenschwer: Bei einer Geldanlage mit 3 Prozent Zinsen genügt bei Singles ein Anlagebetrag von gut 26.700 Euro (bisher: 47.367 Euro), um ab 2007 die Steuerfreigrenze zu überschreiten. Wie lassen sich Ertragsverluste vermeiden?

„Erste Handlungsempfehlung ist die Optimierung bestehender Freistellungsaufträge”, rät Jürgen Mehrbrei von der Mannheimer Vermögensverwaltung Unikat. Jeder Anleger sollte prüfen, in welcher Höhe er Kapitaleinkünfte erwartet und diese nach Möglichkeit freistellen. Existieren Geldanlagen bei verschiedenen Banken, sind die Freistellungsaufträge entsprechend zu splitten.

Wichtig ist die Aufteilung: „Wer für ein Konto mit 300 Euro Zinsertrag einen Freibetrag von 400 Euro einrichtet und auf einem weiteren Sparkonto 500 Euro Zinsgutschrift erhält, aber nur 350 Euro freistellt, der verschenkt Geld”, rechnet Mehrbrei vor. Denn die Bank behält 30 Prozent Kapitalertragsteuer vom übersteigenden Betrag plus Soli-Zuschlag ein.

Nur wer einen geringeren Steuersatz hat, erhält mit der Steuererklärung Geld zurück. Bei den Kapitalerträgen ist zu berücksichtigen, dass Dividendenzahlungen nur zu 50 Prozent vom Finanzamt erfasst werden, Zinszahlungen aber zu 100 Prozent.

Zweite Empfehlung: Zinszahlungen vorziehen! Wer den Sparerfreibetrag für 2006 noch nicht ausgeschöpft hat, kann von Sofortzins-Angeboten profitieren. Beispiel: Kapitalkonto mit Sofortzins der Dresdner Bank. Hier wird die gesamte Rendite von 3,1 Prozent am Vertragsbeginn gutgeschrieben, danach ruht das Guthaben für den Rest der Laufzeit. Möglich ist auch, zinslastige Fonds bis Silvester zu verkaufen.

Dadurch zählen die aufgelaufenen Zwischengewinne noch ins alte Jahr. Wird ein ähnlicher Fonds im nächsten Jahr zurückgekauft, werden dem Anleger diese Zwischengewinne gutgeschrieben. Dadurch kann er 2007 mehr Kapitalertrag steuerfrei vereinnahmen. Diese Strategie lohnt sich aber nur, wenn der Fonds ohne Ausgabeaufschlag käuflich ist, etwa Geldmarktfonds.

Dritte Empfehlung: Umschichten von Banksparanlagen und Depotwerten in zinsarme Wertpapiere! Grund: Kursgewinne von Aktien, Zertifikaten und Investmentfonds bleiben in der Regel nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei. „Schwankungsintensive Geldanlagen wie Aktien und Aktienfonds sind aber nur etwas für risikobereite Anleger”, warnt Stefan Mayerhofer, Vorstand der Münchner PEH Wertpapier AG.

Vorsichtige Anleger sollten besser auf offene Immobilienfonds oder steueroptimierte Rentenfonds setzen. Zwar erzielen beide Fondsarten ihre Gewinne großteils durch Ertragsgutschriften, doch bleiben bei Immobilienfonds im Schnitt 40 bis 50 Prozent und bei steueroptimierten Rentenfonds 70 bis 80 Prozent der Erträge steuerfrei.

Vierte Empfehlung: Verlagern von Zinsen in die Zukunft! Beispiel: Null-Kupon-Anleihen. Diese Wertpapiere sammeln Erträge in Form von Kursgewinnen an, die zum Laufzeitende gutgeschrieben werden. „Da Zero-Bonds bis zur Fälligkeit keinen Ertrag ausschütten, besteht in der Zwischenzeit Raum für anderweitige Zinseinkünfte”, erklärt Finanzprofi Mayerhofer.